Bei einem Koch-Event, das im Rahmen der Aktion #HolDenOberbürgermeister stattfand, stellte das vom Gründer-Institut geförderte Start-up Sindbad dem Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner seine Geschäftsidee vor. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.

Hummus ist ein Klassiker in Syrien und dient den verschiedensten Speisen als Beilage, wie etwa für Falafel, Grillfleisch oder einfach nur mit arabischem Fladenbrot zum Frühstück. Eine kleine Kostprobe davon erhielt der Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg, Prof. Dr. Eckart Würzner, vergangenen Freitag am Olympiastützpunkt Rhein-Neckar vom Team des Start-ups Sindbad. Gemeinsam mit Prof. Dr. Katja Rade, Rektorin der SRH Hochschule Heidelberg, half er, das Gericht vorzubereiten.

Der Syrer Ammar Koka führte die beiden stolz in die Küche seiner Heimat ein: „Das Wichtigste ist, dass die Zutaten alle frisch sind“, erklärte er in perfektem Deutsch, während er dem Kürbis im Thermomix noch ein wenig Olivenöl untermischte. „Geschmacks, Farb- und Konservierungsstoffe sind bei unseren Produkten tabu.“ Der gelernte Mathematik-Lehrer und begeisterte Koch ist vor fast drei Jahren aus Syrien geflohen und hat nach ersten Stationen u.a. in der Gastronomie des Heidelberger Schlosses seinen Weg zu Sindbad gefunden – einem Start-up, das Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt ermöglichen und Vorurteile durch gemeinsames Essen abbauen möchte.

Das Projektteam besteht zum großen Teil aus SRH-Studierenden und wird vom Gründer-Institut der SRH Hochschule Heidelberg unterstützt. Vor wenigen Wochen hat es der Hummus von Sindbad als erstes Produkt des Start-ups in den Einzelhandel geschafft – ein wichtiger Schritt für die jungen Gründer, die auf die Eröffnung eines eigenen Restaurants hinarbeiten. Aktuell werden Räumlichkeiten der Werkstattschule in Heidelberg dafür umgebaut. Die Eröffnung ist Mitte 2019 geplant. In der Zwischenzeit will sich das Team mit Caterings und einem Lieferdienst einen Namen in der Region machen.

Würzner zeigte sich von dem Integrationsansatz und den Fortschritten des Teams beeindruckt und lobte das Start-up als „hervorragendes Beispiel für eine gelungene Kooperation zwischen der Stadt und der SRH Hochschule Heidelberg.“ Die Stadt könne mit verschiedenen Angeboten, wie der Beratung zur Anerkennung von Berufen dabei unterstützen, dass die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt gelingen kann. Gleichzeitig brauche es Gründer, die den Mut haben, neue Konzepte auszuprobieren und umzusetzen. „Ich kenne außer dem Gründer-Institut der SRH Hochschule keine andere Institution in Heidelberg, die das Thema Entrepreneurship systemimmanent fördert“, sagte er.

Prof. Dr. Katja Rade und Bernhard Küppers, Leiter des Gründer-Instituts, begrüßten die Unterstützung von Seiten der Stadt. „Wir brauchen insgesamt einen Wandel im Umgang mit jungen Gründern in Deutschland“, sagte Rade. Insbesondere die mangelnde Risikobereitschaft und wenig verzeihende Fehlerkultur schaffe ein Klima, das es oftmals schwierig mache, Innovationen voranzutreiben.

Die Kochaktion fand im Rahmen der Aktion #HolDenOberbürgermeister statt. Die Initiative der Stadt Heidelberg ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, aktiv den Terminkalender des Oberbürgermeisters zu beeinflussen und bestimmte Projekte in den Fokus zu rücken. Abgestimmt wird über ein Online-Portal, auf dem die Projekte vorgestellt werden. Sindbad hatte mit seiner Idee „Essen, das verbindet“ 102 Stimmen erhalten und damit einen Besuch des Oberbürgermeisters gewonnen.

Das Video von mrn-news zum Besuch des Oberbürgermeisters finden Sie hier.

Mehr Infos zu Sindbad unter: www.sindbad-gastronomie.de

Mehr Infos zu #HolDenOberbürgermeister: https://holdenoberbuergermeister.de