Prof. Dr. Carsten Diener, Prorektor für Forschung und Praxistransfer.

Warum wird Forschung immer wichtiger?

Forschung verändert Zukunft. Die Suche nach neuen Erkenntnissen war und ist der Innovationsmotor des Fortschritts. Als forschungsaktive Hochschule sind wir Teil dieser Entwicklung und damit auch mit der zunehmenden Dynamik des technologischen, sozialen und wirtschaftlichen Wandels konfrontiert. Hier Schritt zu halten und auch voranzugehen, gewinnt an Bedeutung. Am Puls der Zeit zu sein und als attraktiver und kompetenter Kooperationspartner in anwendungsorientierten Forschungsfragen wahrgenommen zu werden, ist für unsere Hochschule von vitalem Interesse. Neben dieser Rolle in Interaktion mit Unternehmen und Institutionen sind es vor allem unsere Studierenden – als die eigentlichen Gestalter der Zukunft –, die von einem gelungenen Zusammenspiel zwischen aktueller Forschung und Lehre profitieren.

Wo sind unsere Forschungsbaustellen?

Prof. Dr. Gustav Rückemann, der bis zu seinem Ruhestand in diesem Jahr als Prorektor auch die Forschungsaktivitäten unserer Hochschule verantwortete, hat gerade in den letzten Jahren mit großem Engagement den Bedeutungszuwachs der Forschung vorangetrieben. Mit Frau Dr. Eike-Marie Nolte als Leiterin des Instituts für Angewandte Forschung konnte er eine Persönlichkeit gewinnen, die gemeinsam mit ihm und ihrem Team zu einer erheblichen Steigerung der Forschungsleistung unserer Hochschule beigetragen hat. Dieser Gewinn an Kompetenz und Professionalität ist von unschätzbarem Wert. Daher sehen wir heute die anstehenden Zukunftsschritte weniger als die Fertigstellung von Baustellen, sondern vielmehr als logische Maßnahmen in Folge der angestoßenen Entwicklung. Konkret gehen mit dem weiteren Zuwachs an Professionalität im Forschungssektor im ersten Schritt der Aufbau einer Forschungsdatenbank, die Gründung einer Ethikkommission, die Erweiterung des Partnernetzwerks und die Steigerung der Nachwuchsförderung (Promotionen) einher.

Wie sehen Sie Ihre Zusammenarbeit mit den Fakultäten und Instituten?

Im Unterschied zu Universitäten haben Professorinnen und Professoren an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Sachen Forschung ein fundamentales Handikap. Dieses Handikap heißt: 18 Semesterwochenstunden Lehrdeputat; also die doppelte Lehrleistung wie Universitätsprofessoren. Entsprechend knapp sind die Zeitressourcen für umfangreiche Forschungsprojekte. Als private Hochschule müssen wir zudem die wirtschaftliche Tragfähigkeit unserer Aktivitäten im Blick haben. Daher stellt es eine besondere Herausforderung dar, der Trias einer qualitativ hochwertigen Lehre, Forschung und Wirtschaftlichkeit sowohl über fakultätsübergreifende als auch fakultätsspezifische Maßnahmen zu begegnen, um auch die zeitliche Vereinbarkeit von Lehre und Forschung in ökonomisch sinnvoller Weise zu gestalten. Entsprechend abgewogene Maßnahmen sollten aus meiner Sicht darauf zielen, die Autonomie und Handlungsspielräume der Fakultäten als eigentliche Orte der Forschung zu unterstützen. Nur der intensive und konstruktive Dialog und die Realisierung von Fördermaßnahmen mit Hilfe des Instituts für Angewandte Forschung können hier aus meiner Sicht zu optimalen Ergebnissen führen. Dazu werde ich eine Forschungsdekanekonferenz als Pendant zur Studiendekanekonferenz institutionalisieren.