Am Donnerstag, 14. Juni 2018, war die SRH Hochschule Heidelberg Raumgeber für die 35. Bertha-Benz-Vorlesung der Daimler und Benz-Stiftung.

Die Stiftung veranstaltet seit 1987 jährlich eine Vorlesung. Ganz im Sinne von Bertha Benz referieren Frauen, die sich durch herausragende Beiträge zu Wissenschaft, Wirtschaft oder Gesellschaft ausgezeichnet haben. Referentin der 35. Vorlesung war Professor Dr. Tanja Vollmer zum Thema „Heilende Architektur“.  Noch immer werden in Deutschland Krankenhäuser nach Prinzipien der Nützlichkeit und Wirtschaftlichkeit erbaut. Dabei erweisen sich Krankenhauszimmer oft als Stressoren für die Patienten. Die Architekturpsychologin Vollmer erläuterte, wie die gebaute Umgebung in positiver Weise Einfluss auf die Genesung von Menschen nehmen kann und plädierte dafür, psychologisches Wissen bewusst in die Gestaltung von Räumen und Gebäuden einfließen zu lassen. Gerade bei Krankenhäusern spielt das Thema in Deutschland bislang aber kaum eine Rolle.

In guter Tradition ist die Vorlesung mit einer Preisverleihung verknüpft. Seit 2009 wird im Anschluss an die Vorlesung der Bertha-Benz-Preis an eine Ingenieurin verliehen, die in Deutschland eine herausragende Promotion abgeschlossen hat. Neben der wissenschaftlichen Originalität der Arbeit werden die praktische und die gesellschaftliche Relevanz der Forschungsergebnisse bewertet. Die Auszeichnung richtet sich also insbesondere an Dissertationen mit einem ausgeprägten Anwendungsbezug. Der Bertha-Benz-Preis 2018 ging dieses Jahr gleich an zwei herausragende Ingenieurinnen: Dr.-Ing. Silvia Budday hat sich in ihrer Dissertation mit dem Thema „Mechanische Aspekte der Gehirnentwicklung“ befasst. Dr.-Ing. Desponia Petousi behandelt in Ihrer Dissertation das Thema„ Analysis of Integrated Silicon Depletion-Type Mach-Zehnder Modulators for Advanced Modulation Formats“. Beide Themen werden Forschung und Praxis nachhaltig prägen.

Die Daimler und Benz-Stiftung konzentriert sich auf die Förderung junger Wissenschaftler, fachübergreifende Kooperationen sowie Forschungsinhalte aus den unterschiedlichen Disziplinen. So engagiert sich die Stiftung zusammen mit der Daimler AG und dem Stifterverband auch im Bereich der Nachwuchsförderung. Im Wettbewerb „Praxis MINTernational“ wurde unsere Hochschule  im Jahr 2016 mit dem Projekt „myKMU – Maßnahmen zur frühzeitigen Bindung internationaler Studierender an kleine und mittlere Unternehmen“ als ein beispielhaftes Praxisangebot in der Internationalisierung der MINT-Fächer ausgezeichnet.