Seit seinem Amtsantritt Ende 2015 entwickelt Patrick Mombaur, Geschäftsführer der IT Solutions GmbH, die IT-Abteilung der SRH zu einem eigenständigen, modernen Full-Service-IT Provider für die SRH weiter. 

Herr Mombaur, als Sie bei der SRH angefangen haben, galt die IT als Buhmann des Konzerns. Woran lag das?

Wir hatten Ende 2015 verschiedene Brandherde zu löschen. Das offensichtlichste Problem war die Anzahl der Störfälle: Mit über 1.000 offenen Tickets für den Standort Heidelberg war das Volumen so hoch, dass sowohl die IT-Mitarbeiter als auch die Endnutzer frustriert waren. Es ging in dieser Phase erst mal darum, die Situation zu stabilisieren. Hierzu waren vor allem auch Investitionen in der IT-Infrastruktur notwendig, die Defizite aufwies. Auch weiterhin werden an einzelnen Punkten noch Investitionen notwendig sein, in den Kernapplikationen haben wir jedoch eine durchaus vorzeigbare Stabilität erreicht.

 

Sie haben darauf hingewirkt, die IT-Abteilung der SRH auszugliedern und ein eigenständiges Unternehmen – die IT Solutions – daraus zu machen. Warum?

Historisch gewachsen war die IT bislang immer ein Teil der SRH Dienstleistungen, zusammen mit ganz anderen Bereichen wie Catering und Reinigung. Damit war sie sehr weit weg von dort, wo die Geschäftsstrategie des Gesamtunternehmens entsteht. Heutzutage müssen aber IT- und Geschäftsstrategie eng miteinander verzahnt sein. Darauf können wir uns mit einer eigenständigen SRH IT Solutions GmbH nun besser konzentrieren.

 

Was hat sich durch die neue Struktur im täglichen Umgang miteinander verändert?

Viele der Probleme aus der Vergangenheit kamen daher, dass es keinerlei Kommunikation untereinander gab – nur Schuldzuweisungen. Solange die IT anonym war und keine Gesichter damit verbunden waren, waren die Beurteilungen sehr schlecht. Heute sind wir viel enger in die Geschäftsprozesse eingebunden und wollen uns eine Position als Partner auf Augenhöhe erarbeiten. Dieser Aspekt ist zentral für eine Hochschule, die sich aufgrund ihrer Komplexität an vielen aktuellen Technologien beteiligen muss, vor allem aber auch will. Hier sehen wir uns als tägliche Begleiter, die diese Schritte mit fachlicher und persönlicher Kompetenz unterstützen. Um den gegenseitigen Austausch zu fördern, machen wir seit ein paar Monaten eine Tour durch die Fakultäten, wobei wir persönlich auf die Kolleginnen und Kollegen zugehen und ihre Belange aufnehmen. Wir wollen mehr Transparenz schaffen und aufzeigen, was wir tun.

 

Wie viele Mitarbeitende kümmern sich speziell um die Belange der SRH Hochschule Heidelberg?

Es gibt zwei Bereiche, die schwerpunktmäßig für die Hochschule arbeiten: Zum einen treibt André Noack mit seinem vierköpfigen Team den Bereich „Applikationen Hochschule“ voran. Darunter fallen die Weiterentwicklungen von CampusNet, CRM-Applikationen und der Hochschul-IT. Zum anderen bearbeitet der Anwendersupport Heidelberg alle Störungen, die auf dem Campus Heidelberg auftreten. Darüber hinaus gibt es viele andere Bereiche, die ebenfalls Berührungspunkte mit der Hochschule haben – wie z. B. die Kollegen im Bereich Systems Operations, die die Server betreuen, oder das SAP-Team, das die Buchhaltung und Personalabrechnung unterstützt.

 

Wir haben heute richtig gute Reaktions- und Lösungsgeschwindigkeiten
– Patrick Mombaur, Geschäftsführer der IT Solutions –

 

Wie würden Sie den heutigen Stand der IT beschreiben?

Während wir uns vor zwei Jahren im Rettungsmodus befanden, in dem es nicht möglich war, über Innovationen nachzudenken, können wir uns jetzt wieder verstärkt den Mehrwerten widmen. Wir haben heute richtig gute Reaktions- und Lösungsgeschwindigkeiten und werden uns weiterhin damit beschäftigen, die Hochschule und ihre teilweise sehr individuellen Bedürfnisse kennen und verstehen zu lernen.

 

Welche Projekte werden von der IT Solutions aktuell vorangetrieben?

Wir haben eine IT-Strategie mit über 70 Projekten, die konzernweit umgesetzt werden. Drei Projekte an der Hochschule möchte ich hervorheben: Erstens sind wir dabei, die WLAN-Ausleuchtung der Hochschule dramatisch zu verbessern. Wir haben bereits die gesamten Lehrräume, aber auch die Außenflächen bis zur Mensa cube mit neuen Access-Points ausgestattet, die in den kommenden Wochen in Betrieb genommen werden. Zweitens führen wir gerade eine Citrix-Umgebung ein, die es einer großen Anzahl an Studierenden ermöglichen wird, zeitgleich in Programmen, wie z. B. CAD zu arbeiten, ohne diese selbst auf ihren Rechnern installieren zu müssen. Und drittens arbeiten wir gerade an einer neuen Version von CampusNet (CampusNet NT®). Bei diesem Projekt steht nicht die Technologie im Mittelpunkt, sondern die Optimierung der Verwaltungsprozesse in Anlehnung an die jeweiligen Bedürfnisse der Fakultäten. Erste Ergebnisse werden wir hier im April 2018 vorzeigen können.

 

Was wünschen Sie sich für die weitere Zusammenarbeit mit den verschiedenen Abteilungen?

Ein besseres Verständnis füreinander. Wir verstehen uns als Enabler, als Ermöglicher. Die Vision, wie die IT gewinnbringend für Geschäftsprozesse eingesetzt werden kann, muss jedoch auch ganz wesentlich von den Entscheidern kommen. Das erfordert eine große Nähe in der Zusammenarbeit. Die IT muss die Geschäftsprozesse der Hochschule verstehen – umgekehrt sollten sich aber auch die Mitarbeitenden und Studierenden intensiver mit dem Thema IT auseinandersetzen. Früher konnte man noch sagen: „Das interessiert mich nicht, von IT will ich nichts hören, sie hat zu funktionieren.“ In der heutigen Zeit der Digitalisierung ist eine solche Einstellung fatal und keineswegs zeitgemäß. Alle sollten ihre Anwenderkenntnisse steigern und an der Digitalisierungsstrategie der Hochschule mitwirken.