Kreativer Realist: der Heidelberger BWL-Student Mattia Giannone kocht mit Leidenschaft.

Einer neuen Koch-Generation gehört die Zukunft: kreativ am Herd und professionell als Geschäftsführer. Um für das Management seines Traumrestaurants gewappnet zu sein, studiert Mattia Giannone Betriebswirtschaft an der SRH Hochschule Heidelberg – und beweist Entertainerqualitäten: als Wochensieger der „Küchenschlacht“ im ZDF und mit eigenem YouTube-Kanal.

Mattia, woher kommt Deine Leidenschaft für das Kochen?
Mattia Giannone: Es gibt da diese Kindheitserinnerung: mit der Familie waren wir oft in Sizilien und meine Mutter hat immer Pasta al Forno gekocht: überbackene Nudeln mit Tomatensauce. Das haben wir dann am nächsten Tag auch am Strand kalt gegessen. Ein genialer Geschmack, der sich tief eingebrannt hat.

Und seit wann kochst Du selbst?
Mattia Giannone: In unserem Walldorfer Ristorante Riviera, das mein Onkel und mein Vater aufgebaut haben, stand ich schon als kleiner Junge in der Küche. Mit 14 konnte ich schon eine Seezunge filetieren. Zudieser Zeit habe ich im Fernsehen Tim Mälzers Show „Schmeckt nicht, gibt’s nicht“ gesehen und war fasziniert. Was für andere David Beckham war, war für mich Jamie Oliver. Ich habe alle seine Sendungen geschaut und bin heute noch Fan. Und dann stand mein Entschluss fest: Ich will mein Hobby zum Beruf machen.

Du hast Dich erst mal für ein Studium der Betriebswirtschaft an der SRH Hochschule Heidelberg entschieden. Warum?
Mattia Giannone: Ich finde es wichtig, eine fundierte Ausbildung zu haben – das sehe ich auch bei meinem Bruder, der an der SRH Hochschule Heidelberg seinen Master gemacht hat. Mein Traum ist es, ein eigenes Restaurant zu eröffnen, aber ich bin Realist: es reicht nicht aus, gut zu kochen. Als Gastronom muss manauch ein guter Betriebswirt sein. Im Studium an der SRH Hochschule Heidelberg geht es sehr praxisorientiert um Kalkulationen, um Deckungsbeiträge und um Marketing. All das kann ich später einmal in meinem kleinen Gastronomiebetrieb anwenden, aber theoretisch könnte ich nach dem Abschluss auch in großen Häusern einsteigen.

Du hast im Juni die erste Runde der „Küchenschlacht“ im ZDF gewonnen. Erst in der Finalrunde musstest du dich geschlagen geben. Was sagen Deine Kommilitonen zu deiner Kochleidenschaft?
Mattia Giannone: Meine Kommilitonen finden das super. Auch von den Professoren gab es immer volle Unterstützung – auch wenn sich TV-Termine mit Prüfungen überschnitten haben.

Welches Thema wählst Du für Deine Abschlussthesis?
Mattia Giannone: Vielleicht ein neuartiges Gastronomieprojekt. Jetzt steht aber erst mal ein dreimonatiges Praktikum an. Gerne im Ausland und vielleicht in einem Hotelbetrieb oder auch bei Johann Lafer.

Viele junge Köche klagen über den Stressfaktor. Wie erlebst Du das?
Mattia Giannone: Ich finde es schön, mit Leuten zu tun zu haben, die genießen, feiern und Spaß haben – ich mag aber auch das Adrenalin, die Action und das Geschrei in der Küche. Und am Ende des Tages genießt man das Strahlen in den Augen der Gäste, wenn es ihnen geschmeckt hat.

Auf YouTube bist Du mit einem eigenen Kanal präsent. Was ist Deine Botschaft?
Mattia Giannone: Es ist ganz einfach, zu Hause frisch und gut zu kochen! Man muss keine hochgestochene, komplizierte Küche machen, man kann auch mit einfachen Gerichten hohe Qualität erreichen. In meinem Restaurant werde ich dann auch bodenständige, aber hochwertige Küche anbieten. Mein Ziel ist es, noch bevor ich 30 werde, einen Stern zu bekommen. Am liebsten in Heidelberg – weil ich die Stadt einfach liebe.

Was liebst Du am Kochen?
Mattia Giannone: Ich konnte nie malen, aber ich konnte schon immer mit Lebensmittel umgehen, das geht mir einfach gut von der Hand. Ich bin stolz, etwas gefunden zu haben, das mir wirklich liegt. Und ich mag die Kreativität beim Kochen. Es gibt keine Grenzen, es gibt kein Richtig und Falsch, man lernt immer wieder etwas Neues, man lernt immer wieder neue Tricks und man weckt die Kindheitserinnerungen in Menschen. Das ist doch wunderschön, wenn man mit Essen Emotionen auslösen kann.