Sport verringert Stress – gerade zu Studienzeiten ist das eigentlich eine wichtige Erkenntnis. Wir-Online-Redakteurin Jana Ladwig berichtet über ein neues Projekt zur Steigerung der sportlichen Aktivität der SRH Studierenden, das im April mit einer Umfrage gestartet ist. Mitmachen erwünscht!

Jeder vierte Studierende fühlt sich stark gestresst und erschöpft (Grützmacher, Gusy, Lesener, Sudheimer & Willige, 2018), die Hälfte der Studierenden gibt dabei an, mindestens einmal pro Woche an körperlichen Beschwerden zu leiden und knapp ein Viertel der Befragten berichten Erschöpfungs-Merkmale eines Burnouts.

Der Beginn eines Studiums stellt einen neuen Lebensabschnitt dar. Weg von zuhause, von der gewohnten Umgebung. Mit dem Wandel ändern sich auch viele Aktivitäten und Gewohnheiten. So kann sich die sportliche Aktivität bei Beginn eines Studiums um 46,6% verringern (Bonse-Rohmann, Heidenreich, Kaba-Schönstein, Mezger, 2014). Das ist fatal, denn zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass körperliche Arbeit Stress reduzieren kann (Fuchs & Klaperski, 2012, 2018; Krug et al, 2013, Pfeiffer et al., 2016). Wie ändert sich die Aktivität zu Beginn des Studiums im Vergleich zu vorher? Wie können wir Strukturen schaffen, um die Aktivität zu erhöhen?

Diesen Fragen widmet sich das Projekt „Beweg Dein CORE“, das im Rahmen der Initiative „Bewegt studieren – Studieren bewegt! 2.0“ des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) und der Techniker Krankenkasse (TK) mit 40.000€ gefördert wird.

Das Ziel des Projekts ist der Aufbau von Strukturen, die zur Steigerung der physischen Aktivitäten bei Studierenden an der SRH Hochschule Heidelberg führen. Studierende sollen dazu angeregt werden, parallel zum Studienalltag physische Aktivitäten zu etablieren oder aufrechtzuerhalten. Das Projekt wurde unter der Leitung von Prof. Dr. Monika Lohkamp unter Mitarbeit von Prof. Dr. Nadia Sosnowksy-Waschek und Prof. Dr. Mieke Wasner zusammen mit Studierenden der Physiotherapie entwickelt. Ab Oktober 2020 soll es an der Hochschule implementiert werden, seit dem 1. April läuft u.a. mit einer Umfrage zur physischen Aktivität die Vorbereitung. Auch die Fachschaft der Fakultät für Therapiewissenschaften und der Fakultät für Angewandte Psychologie sowie der Studierendenrat und Vertreter des Campus Sport beteiligen sich daran.

Die beiden Physiotherapie-Studentinnen Lara Kleinöder und Simone Behringer haben erheblich dazu beigetragen, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Da sie beide momentan im Rahmen ihres Studiums im Praxiseinsatz sind, können sie nicht mehr aktiv mitwirken. Trotzdem liegt ihnen die Verwirklichung des Projekts sehr am Herzen. „Mithilfe dieses Projektes kann an der SRH Hochschule ein aktiver Studienalltag gestaltet werden, den die Studierenden mitbestimmen dürfen“,  erzählt Lara Kleinöder. Trotz ihres Praxiseinsatzes verfolgen die beiden gespannt den Verlauf des Projekts: „Wir freuen uns, wenn noch mehr Studierende von allen Fakultäten an der Umfrage teilnehmen würden, doch sind wir über die bisherige Teilnahmesituation froh.“ Die Corona-Krise sehen sie dabei als eine Chance. Sie erzählen: „In der momentanen Situation verändert sich das Sportverhalten enorm. Die Menschen werden kreativer beim Durchführen ihrer Workouts oder haben mit neuer Motivation zum Sport gefunden.“

Auch Lara Kleinöder (s. Foto) ist nun wieder regelmäßig im Fitness-Center zu finden, das sie vor und nach ihrer Arbeitszeit nutzen darf wenn auch mit Maske. Um das Ziel des Projekts zu verwirklichen, gilt es erst herauszufinden, wie aktiv die Studierenden sind und was mögliche Barrieren zur Ausübung von Sport sind. An der SRH Hochschule Heidelberg sind 600 Studierende beim Campus Sport eingeschrieben, doch das sagt nichts darüber aus, wie sportlich die Studierenden darüber hinaus sind.

An diesem Punkt kommst du ins Spiel: Was brauchst du, um regelmäßig Sport zu machen? Beantworte bis zum 24. Mai den Online-Fragebogen zur physischen Gesundheit und teile uns mit, was dir fehlt, um dich sportlich auszuleben. Den Fragebogen findest du unter: https://www.soscisurvey.de/bewegdeincore/

Durch die Teilnahme an Interviews und Fokusgruppen können  Maßnahmen wie beispielsweise Bewegungsinseln mit Schildern, fest installierte Sportgeräte auf dem Campus oder individuelle Gesundheitscoachings sowie Gruppentrainings mitgestaltet werden. Hilf mit, andere Studierende dazu zu bewegen, aktiver und vitaler im Studienalltag zu sein.

Kein auf dem Sofa Rumlümmeln mehr, keine faulen Ausreden: Los, „Beweg Dein CORE!“