Verleihung des Genius Loci-Preises an die SRH Hochschule Heidelberg. Ein Bericht von der Studentin Paulina Kaupmann. Hier ein Video und ein Beitrag von WELT TV.

„Welche persönlichen Ziele verfolgen Sie mit dem Besuch dieser Veranstaltung?“, Frau Prof. Dr. Katja Rade, Rektorin der SRH Hochschule Heidelberg, begrüßt alle 140 Gäste, die sich an diesem Tag im Foyer der Hochschule versammelt haben. Die Besonderheit: Sie sitzen auf den Stühlen, auf denen normalerweise die Studierenden der Hochschule sitzen. „Die Stühle, auf denen Sie heute sitzen, sind nur ein kleiner Teil unseres CORE-Prinzips“, fährt sie fort.

Am 07. Dezember 2018 wurde der Genius Loci-Preis für Lehrexzellenz 2018 an die SRH Hochschule Heidelberg verliehen. Der Stifterverband und die VolkswagenStiftung zeichnen jedes Jahr, unterstützt durch eine Jury, eine Universität und eine Fachhochschule mit dem Hochschulpreis aus. Dieses Jahr bewarben sich 22 Hochschulen und reichten Skizzen ihrer Lehrstrategien ein. Neben der SRH Hochschule Heidelberg wurde auch die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ausgezeichnet.

„Die Qualität der Lehre erfolgt in der Zusammenarbeit des Kollegiums, nicht durch den Einzelnen.“, Frau Dr. Henrike Hartmann, Leiterin der Förderabteilung der Volkswagenstiftung, zeigte sich begeistert vom CORE-Prinzip und lobte die Veranstaltung an diesem Tag – denn diese wurde ganz im Sinne von CORE gestaltet. Die Besucher sollten die Hochschule und CORE erleben. Frau Dr. Hartmann war allerdings nicht nur als Gast, sondern auch als Laudatorin vor Ort und verlieh an diesem Freitag den Preis.

Die SRH Hochschule und die Johannes Gutenberg-Universität erhielten für ihre besonderen Lehrstrategien ein Preisgeld von 20.000 Euro. Dieses soll für die Einladung eines Visiting Scholar of Teaching and Learning in Higher Education verwendet werden. Es wird also darauf geachtet, dass die Hochschulen weiterhin die Möglichkeit haben sich zu entwickeln, ihre Studenten zu fördern und ihr Wissen weiterzugeben.

Durch einen interaktiven Programmpunkt, während der Verleihung, wurden die 5-Wochen-Blöcke von den Experten erklärt. Die erste Woche vertrat Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Winterberg, Geschäftsführer der SRH Higher Education GmbH und ehemaliger Rektor der SRH Hochschule Heidelberg. Er hat das CORE-Prinzip mitentwickelt und erläuterte die Phase der Entwicklung: „Wir brauchten ein Alleinstellungsmerkmal – etwas, was uns verbindet.“

Die zweite fiktive Woche gestaltete Prof. Dr. Julia Rózsa, Leiterin der SRH Akademie für Hochschullehre. Sie entwickelte CORE und erklärte am Tag der Verleihung Ihre Intention für diese Umgestaltung. Ihr war wichtig, dass jede Studentin und jeder Student berücksichtigt wird – unabhängig vom Wissensstand und unter Beachtung der immer heterogener werdenden Gruppen. Das könnte man nicht durch eine einfache Vorlesung erreichen. Der Schlüssel des neuen Lehr-Prinzips sei sich die Frage zu stellen, wie die Prüfungsform gestaltet wird, damit die Studierenden etwas davon für ihre Zukunft nutzen können. Welche Kompetenzen brauchen die Studierenden und wie können sie auf ihrem Weg dorthin in allen Bereichen unterstützt werden? Unter anderem ist die richtige Einrichtung wichtig für das Lerngeschehen – laut Rózsa sei der Lehrraum der dritte Pädagoge.

Prof. Dr. Carolin Sutter, Prorektorin für Studium und Weiterbildung, ging in der dritten Woche auf Lehr- und Lernmethoden ein und befragte die Gäste über ihre persönlichen Erfahrungen im Studium. Deutlich wurde, dass klassische („langweilige“) Vorlesungen bei vielen Gang und Gäbe waren. Das gäbe es beim CORE-Prinzip nicht, da die Methoden aktivierend und kompetenzorientiert seien.

In der vierten Woche stellte Prof. Dr. Rade einige Studierende vor. Eine davon war Sophie Schmitt – sie fasste ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit dem CORE-Prinzip zusammen: „Durch CORE kann ich die Theorie in die Praxis umsetzen. Ich persönlich lerne dadurch viel schneller und effizienter. Zudem sammeln wir bereits Arbeitsproben und können davon später im Berufsleben profitieren.“

Das Improtheater „hidden shakespeare“ gestaltete die fünfte Woche interaktiv und bezog das Publikum mit ein. Eine improvisierte Prüfung in Form eines „one-minute-papers“ beinhaltete unter anderem die Fragen: „Was sollte man in einer Prüfung nie fragen?“ oder „Was ist das CORE-Prinzip nicht?“

„Das CORE-Prinzip ist kein unveränderliches Prinzip. Es darf und muss sich entwickeln.“ Prof. Dr. Christof Hettich, Vorstandsvorsitzender der SRH Holding, sprach nach der Verleihung über die Zukunft des CORE-Prinzips. Es sollte nicht nur die Hochschule gestalten, sondern zusätzlich einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Das Prinzip wurde schon in einigen externen Workshops angewendet und trug dort Früchte – die Teilnehmer waren begeistert. Weiterhin stellte Hettich fest, dass CORE an diesem Tag durchgehend im Raum am Wirken war. Die Verleihung des Genius Loci-Preises war demnach, in anderen Worten, „CORE pur“ und hinterließ einen bleibenden Eindruck.