Die Corona-Pandemie beeinflusst unser Leben umfassend. Besonders ist dabei jedoch, dass sie jeden einzelnen von uns ganz unterschiedlich betrifft. Worüber Familien aktuell klagen, davon können Alleinstehende nur träumen: Kontakt. Viele denken hier v. a. an die Älteren. Tatsächlich sind aber Menschen jeglichen Alters betroffen. In Deutschland sprechen wir konkret über 17 Millionen Single-Haushalte. Knapp jeder Fünfte lebt allein. Die Corona-Pandemie führt dazu, dass selbst hartgesottene Singles ihren Lebenswandel überdenken. Wie Sie gut durch diese herausfordernde Zeit kommen, erfahren Sie hier.

1. Beziehungen? Wir können gar nicht anders!

Der Homo sapiens ist kein Einzelkämpfer. Mal wieder hilft ein Blick auf unsere Evolution: jagen, den Nachwuchs versorgen, Essen zubereiten, all das funktionierte nicht gleichzeitig und schon gar nicht im Alleingang. Sobald eine Erkrankung oder Verletzung eintrat, sah es ganz schön schlecht aus als Einzelgänger. Zwar sehen wir uns heute keinem täglichen Überlebenskampf mehr gegenüber, dennoch merken wir: alleine geht es auch nicht. Verbindungen und Beziehungen vermitteln uns nach wie vor ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. So sehnen sich auch überzeugte Singles hin und wieder nach einem anderen Menschen. Gestehen Sie sich diese Tatsache ein, alleine DAS schafft schon Erleichterung. Im Übrigen ist es auch hilfreich, auf die Menschen in Ihrer Umgebung zu achten. Kennen Sie alleinstehende Menschen? Melden Sie sich doch einfach mal bei Ihnen. Eine Faustregel im Kampf gegen das eigene Alleine-sein könnte lauten: Einmal täglich Kontakt zu einer anderen Person aufnehmen. Zusammen ist man schließlich weniger allein.

2. Einsamkeit – kein rein nationales Problem

Einsamkeit kennt keine Ländergrenzen. Auch Menschen in anderen Staaten kämpfen im Zuge der Corona-Pandemie nicht nur gegen das Virus, sondern auch gegen die Einsamkeit. Belgien hat reagiert und die offizielle Erlaubnis erteilt, einen sogenannten „Knuffelkontakt“ zu Hause zu empfangen. Das bedeutet: „kuscheln“, also Kontakt ganz ohne Abstand. Eine besondere Berücksichtigung erfahren hierbei Singles, die sogar einen zweiten „Knuffelkontakt“ empfangen dürfen. England hat seit ca. einem Jahr sogar ein Ministerium für Einsamkeit etabliert. Somit wird die Einsamkeit zur Regierungssache und eine umfassende Behandlung der Pandemie-Folgen ermöglicht. Wie Sie sich hier selbst helfen können? Schon minimale körperliche Nähe wirkt sich positiv auf das Gefühl der Einsamkeit aus. Ausgerechnet das ist aber gerade verboten. Was tun? Der Kontakt zu lebenden Organismen kann helfen den Serotonin-Spiegel zu steigern. Dabei muss es nicht unbedingt ein anderer Mensch sein. Auch das Berühren von Pflanzen oder das Gärtnern ohne Handschuhe nimmt einen positiven Einfluss. Sie haben keinen grünen Daumen? Aloe Vera, Drachenfuß und Monstera überleben (fast) alles – glauben Sie uns! 🙂

3. Gefühle sind nicht statisch

Sie fühlen sich gerade wahnsinnig einsam. Die Tatsache, dass es noch Millionen anderen Menschen so geht, hilft Ihnen gerade nicht mehr weiter. Daher möchten wir Sie auf folgenden Umstand hinweisen: Gefühle gehen vorbei. „Ja, ja“, denken Sie vielleicht, „toller Tipp!“ Aber werden Sie sich dieser Tatsache richtig bewusst! Im Buddhismus heißt es: Das einzig Konstante ist die Veränderung! Alles verändert sich und befindet sich stets im Wandel. Nutzen Sie diesen Gedanken für sich! Wenn Sie sich das nächste Mal einsam fühlen, versuchen Sie nicht, sich abzulenken, sondern beobachten Sie dieses Gefühl ganz bewusst. Wie fühlt sich Einsamkeit an? Welche weiteren Gefühle sind noch da? Welche Impulse ruft die Einsamkeit hervor? Beobachten Sie dieses Gefühl so lange, bis es sich verändert (wenn auch nur ein bisschen). Wir bemerken, dass sich das Gefühl, egal wie unangenehm es sein mag, irgendwann verändert.  Somit kommen Sie aus der Passivität heraus und können die Situation wieder aktiv gestalten. Lassen Sie Ihr momentanes Gefühl zu und drücken Sie es nicht weg. Auf diese Weise können Sie damit umgehen. Selbstmitgefühl statt Selbstmitleid lautet die Devise.

Wer noch einen Schritt weiter gehen möchte, beginnt mit Meditation. In der Regel ein sehr polarisierender Vorschlag. Die einen möchten nie wieder darauf verzichten, andere betrachten diese als Zeitverschwendung und reinste Tortur. Tatsächlich stellt die Einsamkeit eine gute Grundvoraussetzung für das Meditieren da – also, was haben Sie eigentlich zu verlieren?

4. Alleine sein ist nicht gleich einsam sein

Sie sind gerade verwirrt, weil Sie zwar alleine leben, sich aber nicht einsam fühlen? Sie sind eigentlich total zufrieden mit Ihrem Leben und möchten nichts ändern? Toll! Denn alleine sein ist nicht gleichzusetzen mit einsam sein. Alleine sein beschreibt einen objektiven Zustand, Einsamkeit einen subjektiven. Dabei ist es sehr individuell, ab wann wir uns einsam fühlen. Manchen Menschen reichen sehr wenige soziale Kontakte aus, andere möchten immer in Gesellschaft sein. Daher ist die Verwendung des Begriffs Social Distancing verwirrend. Es geht schließlich um eine körperliche und nicht um eine soziale oder gar emotionale Distanz.

Außerdem kann die Einsamkeit zu einem ganz neuen, positiven Zustand führen: Solidarität! Menschen, die sich schon zuvor einsam gefühlt haben, können nun besser verstanden werden, da sich Deutschland kollektiv in der Isolation befindet. Dieser Zustand kann zu einem Austausch führen, der Menschen (auch nach der Krise) näher zusammenbringt.

5. Die Beziehung zu sich selbst

Nutzen Sie den Lockdown zur Beziehungspflege zu sich selbst. Klingt abgehoben? Konkret kann das heißen: Tagebuch führen. Eine tolle Möglichkeit, um die Innenwelt sichtbar zu machen. Gedanken und Gefühle können reflektiert werden. Netter Nebeneffekt: alles, was auf Papier steht, muss nicht mehr im Kopf bleiben. Somit wirkt das Schreiben sehr befreiend. Außerdem fördert Einsamkeit die Kreativität. Eine weitere Möglichkeit besteht daher im Schreiben von Gedichten oder Songtexten. Egal, wie seltsam Sie sich dabei vielleicht vorkommen.

Ebenfalls befreiend kann die Erledigung lästiger Pflichten sein, die Sie schon so lange angehen wollten: endlich den neuen Spiegel im Bad aufhängen oder die ausgemisteten Kleider spenden. Das Abhaken von To Dos, die uns schon lange begleiten, beschert uns Freiheit. Ein Gefühl, das ansonsten gerade Mangelware ist. Also: nichts wie ran.

6. Dating in Zeiten von Corona

Die Suche nach dem richtigen Partner stellt auch ohne die momentan grassierende Corona-Pandemie schon eine hinreichend große Herausforderung dar. Die aktuelle Lage trägt nicht unbedingt dazu bei, die Situation zu entschärfen. So stehen viele Singles vor der Frage: wie soll ich jemals die Richtige oder den Richtigen finden? Aber auch während des Lockdowns muss das Liebesleben nicht zum Erliegen kommen. Dating-Apps wie Parship, Tinder und Co. erfreuen sich schon lange großer Beliebtheit und erleben seit Beginn der Pandemie einen regelrechten Boom. In Zeiten von Corona scheinen Sie das einzige Tor zur Zweisamkeit zu sein. Das Schöne dabei: in erster Linie zählen online erst einmal der Charakter und die inneren Werte. Außerdem stellt das Online-Flirten einen netten Zeitvertreib dar und hilft somit auch gegen düstere Gedanken und Langeweile. Sie sind nicht der Typ für solche Plattformen und haben ohnehin schon ein Auge auf die nette Kollegin bzw. den netten Kollegen geworfen? Kein Problem! Wussten Sie, dass die „Meine SRH“ App auch über einen Messenger verfügt? So können Kontakte auch trotz Home Office entstehen! Ganz Mutige nutzen einfach die Kommentarfunktion unter diesem Artikel. 🙂

Übrigens, wer nicht gerade auf der Suche nach einem Partner ist: häufig entstehen online auch einfach nur richtig gute Freundschaften.

Hier geht es zu den bisher erschienenen Tipps der Reihe „Corona contra geben“: