Weihnachten à la Corona – oh du traurige? Prof. Dr. Helena Dimou-Diringer und Dr. Alexandra Edinger von der Heidelberger Akademie für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (HAP) haben Tipps, wie Sie sich auf ein anderes Weihnachten einstellen können.

Dieses Jahr steht nicht nur der Weihnachtsmann vor der Tür, sondern auch ein ungebetener Gast: das Corona-Virus beweist Ausdauer, weshalb dieses Weihnachten unter besonderen Umständen stattfinden wird. Zwar hat die Bundesregierung für die Feiertage leicht gelockerte Kontaktbeschränkungen erlassen, dennoch werden die Festtage dieses Jahr anders aussehen. Bereits die Vorweihnachtszeit ist so ganz anders als sonst: keine Weihnachtsmärkte oder Weihnachtsfeiern. Zeit also, um sich auf ein anderes Weihnachten einzustellen.

1. Die richtige Vorbereitung macht‘s

Wir Menschen brauchen Pläne und Gewissheit. Genau deshalb ist die Corona-Pandemie so schwierig. Nichts scheint vorhersehbar, alle zwei Wochen ereilen uns neue oder veränderte Auflagen, wie mit der Situation umgegangen werden soll. Viele Menschen befinden sich im freien Fall. Umso wichtiger ist es, stabile Säulen zu schaffen, die uns die Richtung weisen. Eine solche Säule in einer sich schnell verändernden Welt stellt Weihnachten mit seinen zahllosen, immer gleichen Ritualen dar. Doch dieses Jahr können wir uns hierauf nicht verlassen, daher gilt: planen Sie selbst und bereiten Sie die Feiertage schon jetzt vor. Wen möchten Sie wann treffen? In welchem Rahmen sollen die Festlichkeiten stattfinden?  Je genauer Sie schon jetzt wissen, was Sie an Weihnachten erwarten wird, desto eher kann sich auch Vorfreude einstellen.

2. Echte Besinnlichkeit

Weihnachten – eine besinnliche Zeit. Und wissen Sie was? Dieses Jahr kann es das vielleicht wirklich werden. Wir treffen weniger Leute und das bedeutet auch: weniger Geschenke besorgen müssen. Außerdem sparen Sie sich den aufwendigen Weihnachtsbraten. Die ansonsten so stressige Vorweihnachtszeit fällt dieses Jahr einfach aus. Wie lange haben wir uns das gewünscht. Dieses Jahr besteht die Möglichkeit, Weihnachten ganz in Ruhe im kleinen Familienkreis zu verbringen. Planen Sie Auszeiten für sich, gönnen Sie sich etwas und lassen das Jahr Revue passieren. Nehmen Sie sich einmal richtig Zeit für sich selbst.

3. Der Einsamkeit vorbeugen

Ältere Menschen oder solche, die Weihnachten eher im Freundes- und Bekanntenkreis verbracht haben, stehen dieses Jahr vor einer besonderen Herausforderung. Viele fürchten sich vor einsamen Feiertagen. Dem können Sie entkommen, wenn Sie jetzt schon planen, wie genau Sie die Feiertage verbringen möchten. Sprechen Sie die Menschen, die Sie gerne treffen möchten schon jetzt an und werden Sie kreativ: Anstelle des klassischen Gansessens veranstalten Sie doch mal einen Spieleabend in kleiner Runde oder einen improvisierten Weihnachtsmarkt zu Hause mit Bratwürsten und Glühwein. Möglicherweise schaffen Sie dieses Jahr ganz neue Rituale und Traditionen, auf welche Sie im nächsten Jahr gerne zurückkommen möchten.

4. In die Glaskugel schauen

Die Fortschritte in der Erforschung und Zulassung eines Impfstoffes stellen die Zeichen auf Hoffnung. Aktuell sieht es so aus, als würde die Corona-Pandemie in absehbarer Zeit nicht mehr in der bisher gekannten Tiefe unseren Alltag beschneiden. Daher dürfen Sie träumen, von einer besseren Zukunft. Das Jahresende lädt ein, schon einen Blick ins nächste Jahr zu werfen und insbesondere dieses Jahr dürfte das den meisten Menschen nicht schwer fallen, lassen wir 2020 doch gerne hinter uns. Was möchten Sie nächstes Jahr tun? Auf was freuen Sie sich, wenn wieder Kontakte uneingeschränkt möglich sind? Wen möchten Sie umarmen? Wen treffen? Nutzen Sie die freie Zeit, um sich in die Zukunft zu träumen!

5. Bilanz ziehen

Krisen haben immer auch etwas für sich: Sie lassen uns erkennen, welche Dinge echten Wert für uns haben und auf was wir getrost verzichten können. Ziehen Sie Bilanz: Welche positiven Aspekte brachte die Krise mit sich, neben all den schrecklichen Folgen? Was möchten Sie vielleicht auch in Zukunft so leben? Hat Ihnen die vermehrte Zeit mit der Familie vielleicht gut getan oder haben Sie bemerkt, dass Sie künftig mehr Freiräume für sich ganz alleine brauchen? Nehmen Sie diese Erkenntnisse ernst und integrieren Sie sie auch in der Post-Corona Zeit in Ihren Alltag.

6. Und zu guter Letzt: Beschenken Sie sich selbst

Vielleicht sind Sie dieses Jahr um den Geschenkewahnsinn herum gekommen und mussten nicht auch noch für die Nachbarin Ihres Schwagers eine Kleinigkeit besorgen, weil Sie sie bei Familienbesuchen immer so nett grüßt. Also: nehmen Sie das übrig gebliebene Weihnachtsgeld in die Hand und investieren es in etwas Wichtiges: Sie selbst. Belohnen Sie sich für dieses schwierige Jahr und schließen Sie es mit Freude ab. 2021 kann doch nur besser werden… vermutlich!

Hier geht es zu den bisher erschienenen Tipps der Reihe „Corona contra geben“:

Ansteckungsangst
Belastungen in systemrelevanten Berufen
Homeschooling
Homo Corona
Konflikte meistern
Immun gegen Corona
Corona-Blues
Corona-Virus und Freundschaften

Schulfit

Gegen die Unfreundlichkeit