Der Studiengang Kindheitspädagogik an der SRH Hochschule Heidelberg wird zehn Jahre alt. Partner, Professoren und Studierende feierten dieses Ereignis gebührend – und kürten Prof. Dr. med. Jochen Gehrmann zum Honorarprofessor.

Der Fachkräftemangel im Erziehungswesen ist eklatant: Über 100.000 Erzieher fehlen bundesweit, um den Personalschlüssel in Kinderbetreuungseinrichtungen sicher zu stellen. Um diesen Mangel zu beheben, bedarf es qualifizierter Kindheitspädagogen, die den Personalaufbau unterstützen und managen. Seit 2009 bietet die SRH Hochschule Heidelberg mit dem Bachelor-Studiengang Kindheitspädagogik eine umfassende Ausbildung an, die praxisnah und akademisch auf die Karriere nicht nur in Kindertageseinrichtungen, sondern auch in Beratungsstellen oder Schulen vorbereitet. Prof. Dr. med. Jochen Gehrmann, Chefarzt an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus in Ludwigshafen, war bereits am Aufbau dieses Studiengangs beteiligt. Nun erhielt er eine Honorarprofessur der SRH Hochschule Heidelberg.

Die Studierende standen im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum 10-jährigen Jubiläum: Carina Sutter und Marlon Silberzahn führten als kompetente Moderatoren durch das Programm, dessen Höhepunkt die Verleihung der Honorarprofessoren-Würde an Prof. Dr. med. Jochen Gehrmann war. Hochschulrektorin Prof. Dr. Katja Rade begrüßte die Jubiläumsgäste: „Kinder sind unsere Zukunft. Und auf diese unsichere Zukunft müssen wir uns gut vorbereiten“, sagte sie mit Blick auf die Studierenden der Kindheitspädagogik. Seit sieben Jahren ist Prof. Dr. Nataliya Soultanian Leiterin des Studiengangs, „mit unglaublichem Fachwissen und großer Hilfsbereitschaft“, wie die Moderatoren sie ankündigen. Sie dankte allen Kolleginnen und Kollegen der Fakultät, die den Studiengang mit viel Herzblut tragen, aber auch den Studierenden. „Kinder haben in unserem Studiengang das letzte Wort“, sagte sie.

 

 

Prof. Dr. Jeanette Roos, die als Erziehungswissenschaftlerin und Psychologin auch im Studiengang Kindheitspädagogik unterrichtet, übergab Soultanian einen symbolischen Zauberstab, der sie sprichwörtlich verzauberte. Spätestens seit PISA, so sagte Roos, seien Kitas als Bildungseinrichtungen anerkannt und Erzieher einem starken Wandel des Berufsbildes ausgesetzt.

 

 

 

Amüsant wurde es bei den gelungenen Inszenierungen der Studierenden, die zweimal in das festliche Rahmenprogramm eingebunden waren. Hier machten die Schauspieler ihr Berufsbild deutlich: Da heulte die Gräfin von Falkenstein der Beraterin im Jugendamt vor, dass ihr Sohn ihr früher doch so nah gewesen sei, aber Drogen, nein, das sei kein Thema im Hause der Von und Zus. Die Kindergartenleiterin findet keine Zeit mehr für gar nichts, weil die Verwaltung jede Sekunde in Anspruch nimmt und da schimpft die etwas einfacher gestrickte Mutter, dass sie „voll den Stress mit der Bagag“ habe – leicht ist der Job für die Kindheitspädagogen bestimmt nicht.

 

 

Das Studium wäre hierfür genau die richtige Basis, wie Alumna Stephanie Schwab feststellte, die nach ihrem Kindheitspädagogik-Studium noch Soziale Arbeit studierte und aktuell die Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin macht: „Es war für mich die beste Entscheidung.“ Ihr Fazit: „Ich würde alles wieder genauso machen und bin dankbar Kindheitspädagogin sein zu dürfen.“ Eine Herzensangelegenheit sei ihr jedoch, den Kindheitspädagoginnen und -pädagogen Mut zu machen und noch selbstbewusster zu werden: „Denn, wie ich finde, übernehmen wir eine Aufgabe in der Gesellschaft, die überaus bedeutend für den weiteren Lebensweg eines Kindes ist.“

 

Dann kam es zum Höhepunkt der Jubiläumsfeier: die Verleihung der Honorarprofessur an Prof. Dr. med. Jochen Gehrmann.

„Sie brennen für Ihr Fach und übertragen Ihre Begeisterung an unsere Studierenden – deshalb freue ich mich, Sie hiermit zum Honorarprofessor des Studiengangs Kindheitspädagogik zu ernennen“, sagte Prof. Dr. Katja Rade, Rektorin der SRH Hochschule Heidelberg. Seine Beispiele aus der klinischen Praxis seien überaus gewinnbringend für die Studierenden. Gehrmann bedankte sich für dieses Vertrauen: „Ich schätze den gelebten Anspruch der SRH Hochschule, den Studierenden neben den fachlichen Qualifikationen an der Praxis orientierte Handlungskompetenzen zu vermitteln.“ So sei es ihm ein großes Anliegen, seine Erfahrungen weiter zu geben und den Studierenden den Einstieg in die Praxis zu erleichtern. „Gleichzeitig inspiriert mich der oft unverstellte Blick der jungen Menschen auf unsere Welt in einem so raschen Wandel“, ergänzte er in seinem Festvortrag.

Mit der neuen Honorarprofessur festigt die SRH Hochschule Heidelberg ihr großes Netzwerk an Partnern aus Wissenschaft und Praxis. Die Studiengangsleiterin der Kindheitspädagogik, Prof. Dr. Nataliya Soultanian, betonte die Relevanz dieser Kooperationen: „Sie ermöglicht eine feine Abstimmung auf die benötigten Kompetenzen unserer Absolventen.“ Für bereits ausgebildete Erzieher ist eine Verkürzung des Bachelor-Studienganges möglich. Der klinische Ansatz, den Prof. Gehrmann durch seine Professur einbringt, erweitert die Perspektive aller Studierenden.