Sie sitzen an Ihrer Thesis oder Studienarbeit und kommen nur im Schneckentempo voran? Das könnte daran liegen, dass Ihnen gerade ein typischer Fehler unterläuft: „Wenn ich jetzt schreibe, muss es gleich sorgfältig ausformuliert sein.“ Und zwar inhaltlich, grammatikalisch, mit allen Fußnoten… das ist ein Irrtum! Tipps von Lerncoach Prof. Dr. Susanne Edinger.

Das Schreiben eines wissenschaftlichen Textes geht ganz anders: Schreiben Sie zunächst einmal alles auf, was sich in Ihrem Hirn befindet. Es ist völlig egal, ob das komplett logisch ist. Rechtschreibung und Grammatik sind egal – Hauptsache erst einmal raus mit den Gedanken und sie festhalten! Auch Fußnoten und Zitate spielen noch keine Rolle.

Bedenken Sie: Es wird keiner je Ihren ersten Satz lesen! Sie können alles wieder löschen und verbessern. Wenn Sie nämlich gleich beginnen, sorgfältig formulierte Sätze zu entwickeln, wird Ihnen die Argumentationslogik – das heißt das, was Sie eigentlich sagen wollen – leicht verloren gehen. Sie stellen sich damit also selbst ein Bein.

Überlegen Sie sich zuerst: Was möchten Sie in diesem Kapitel sagen? Was ist die Hauptaussage? Und überlegen Sie sich das in einer normalen Sprache, wie Sie sonst auch reden!

Natürlich wissen Sie das am Anfang nicht ganz präzise. Aber in der Regel haben Sie eine Vorstellung davon. Diese Vorstellung ist noch ungeordnet. Aber sie ist da! Und diese Vorstellung gilt es, zunächst einmal „in den PC zu hauen“. Ich nenne das die UgChs!-Technik: Ungeordnetes Chaos erst mal „raushauen“! Nicht ohne Hintergedanken ist das Wort etwas lautmalerisch 😊

Wenn Sie Ihre Gedanken festgehalten haben, lohnt es sich, zunächst einmal zu genießen, dass sie festgehalten wurden, und erst am nächsten oder übernächsten Tag mit dem zweiten Schritt zu beginnen: der redaktionellen Überarbeitung.

Aus Ihren „rausgeUgChs!ten“ Worten, Halbsätzen und Stichpunkten machen Sie jetzt einen Text, den man lesen kann. Und auch jetzt entsteht nicht sofort genau der Text, den Sie später veröffentlichen oder abgeben werden! Sehen Sie zu, dass Sie Ihre Inhalte in vernünftige Sätze packen, die eine Argumentationslogik haben, die aber noch nicht wissenschaftlich korrekt formuliert sein müssen. Die Argumentationslogik ist nämlich das Wichtigste, dafür werden Sie in allererster Linie Ihre Note bekommen.

Nehmen Sie ruhig ein etwas einfacheres Deutsch, wenn es Ihnen besser von der Hand geht. Falls es in Ihrer Branche nötig ist, können Sie Ihren Text später in sogenanntes Klugdeutsch übersetzen.
Weitere Tipps finden Sie hier: https://www.erfolgreich-bestehen.com/9-tipps-gegen-schreibblockaden/