Lara Ebel, Bachelor-Studentin der Psychologie, berichtet über ihr Praktikum an der Polotsk State University in Belarus, das ihr durch Erasmus+ ermöglicht wurde.

Durch das Erasmus+ Programm hatte ich die Möglichkeit mein Praktikum im ca. 1600 km entfernten Belarus zu absolvieren. Vor meinem Abflug hatte ich wenige Erwartungen an den Aufenthalt. Dies lag hauptsächlich auch daran, dass ich kaum Informationen über das bei uns auch unter dem Namen „Weißrussland“ bekannte Land hatte.

Bei meiner täglichen Arbeit an der Polotsk State University änderte sich das jedoch schnell. Es fanden immer wieder internationale und auch in englischer Sprache gehaltene Veranstaltungen statt und ich durfte bei Konferenzteilnahmen, Workshopbesuchen und beim Unterstützen von Forschungsarbeiten diverse hilfsbereite, herzliche und beeindruckende Persönlichkeiten kennenlernen. Durch diese näheren Kontakte erfuhr ich auch schnell mehr über die interessante, teilweise tragische Geschichte des ehemaligen Sowjetstaates.

An den Wochenenden fand ich gemeinsam mit anderen Austauschstudenten Zeit, um belarussische Städte wie Minsk und Wizebsk zu erkunden. Trotz einiger Sprachbarrieren, denn ich hatte keinerlei Russisch-Vorkenntnisse, begegnete man uns immer zuvorkommend und selbst Taxifahrer kümmerten sich immer sehr darum, dass ihre europäischen Gäste wohlbehalten nach Hause kommen.

Natürlich darf man die nach dem zweiten Weltkrieg erbaute Stadt nicht direkt mit der Touristenstadt Heidelberg vergleichen, aber ich habe in Novopolotsk nicht nur belarussische Freunde gefunden, sondern mich auch drei Monate zuhause gefühlt.