Unter sphärischen Klängen zeigte die Kunsttherapeutin Kerstin Schoch bei einer Vernissage ihre Werke, in denen sie Erinnerungen und Familiengeschichte bearbeitet hat.

„Das ist mal was ganz anderes!“ Sophia Kiefer, Studentin der Kindheitspädagogik, ist begeistert: Die Kunsttherapeutin Kerstin Schoch hat drei Tage lang im Modul „Ästhetische Bildung und Medienkompetenz“ Einblick in ihre Arbeit mit Kindern gegeben. Zum Auftakt der Lehrveranstaltung zeigte sie ihre künstlerischen Werke vom 3. bis 5. Mai auf der Galerie der SRH Hochschule Heidelberg in ihrer Ausstellung „Schimmere – für die, die waren, sind und sein werden“. „Ich finde es toll zu sehen, welche Möglichkeiten, aber auch Grenzen es gibt, mit Kindern künstlerisch zu arbeiten“, sagte Kiefer bei der Vernissage, die die Studierenden des Jahrgangs 1501 mitorganisierten und kulinarisch begleiteten. Etwa 60 Gäste besuchten die Vernissage, zu der Prorektorin Prof. Dr. Carolin Sutter herzlich begrüßte.

Prof. Dr. Barbara Wolf, Studiengangleiterin der Kindheitspädagogik, freute sich sehr, Kerstin Schoch für dieses außergewöhnliche Projekt gewonnen zu haben: „Wir wollten das Modul Ästhetische Bildung und Medienkompetenz im Studiengang Kindheitspädagogik neu konzipieren und dabei verschiedene Fachleute und Experten einbinden. Den Höhepunkt dieses Moduls bildet die Begegnung mit der Bildenden Kunst.“ Die Ästhetik sei für Kinder sehr bedeutsam und die Kunst ein wesentlicher Schlüssel zu ihrer Entfaltung, so erklärte Wolf die Relevanz der Kunst für die Kindheitspädagogik.

Kerstin Schoch bearbeitet in ihrer Ausstellung künstlerisch Erinnerungen und Familiengeschichte, wobei sie alte Fotografien ihrer Großmutter einbindet. „Aber es schimmert nur hindurch, was gewesen ist. Es sind Narrationen, Familiengeschichten, Fragmente. Ich kann sie erforschen und herausfinden, was sie mit mir machen, vor allem aber, was ich aus ihnen mache“, beschreibt Schoch ihre Werke.

Nach ihrem Studium der Kunsttherapie in Nürtingen und Nijmegen absolvierte Kerstin Schoch ein Studium der Psychologie an der Universität Mannheim. Durch ihre langjährige Arbeit mit traumatisierten und psychisch kranken Kindern und Jugendlichen im Wespinstift in Mannheim sowie freiberuflich als „kunsthochzwei“, weiß sie um die Relevanz der Ästhetik für die Kindheitsentwicklung. Inzwischen arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Künste im Sozialen Ottersberg und verfolgt ein Promotionsvorhaben an der Universität Witten/Herdecke im Bereich der Psychologie.

Unter sphärischen Klängen, die Sabine Becker und Sebastian Spöhr eigens für diese Ausstellung komponiert hatten, konnten die Betrachter in Kerstin Schochs Werke versinken.