Ein neues Gremium wird aus der Taufe gehoben: Die Studierendenversammlung. Was dahinter steckt und was es für die Studierenden tun soll, erklären die Psychologie-Studenten und Mitgründer René Abele und Steven Wayand.

Ihr gründet 2020 die erste Studierendenversammlung an der SRH. Warum?

Wir haben bereits bei unserer mehrjährigen Arbeit in der Fachschaft gemerkt wie sinnvoll es ist, dass sich die Studierenden zentral organisieren. Nachdem wir beide uns in den Hochschulsenat haben wählen lassen, war es für uns sehr wichtig, dafür zu sorgen, dass die gesamte Studierendenschaft an der SRH Hochschule Heidelberg eine Möglichkeit bekommt, sich zentral zu organisieren. Damit bekommt die Studierendenschaft eine zentrale Selbstverwaltung und eine eigene Stimme. Die Studierendenversammlung – kurz SV – treibt den Gedanken der Interdisziplinarität und Vernetzung der Fachschaften weiter voran, von dem alle nur profitieren können.

Welche Bereiche gibt es in der Studierendenversammlung?

Alle Studierenden der SRH Hochschule Heidelberg bilden die SV und können an öffentlichen Sitzungen teilnehmen. Die einzelnen Abteilungen, sog. Referate sind vorerst Hochschulsport, Politische Bildung, Internes, Finanzen sowie Marketing &PR. Prinzipiell kann jedoch auch jeder Anreiz von Seiten der Studierenden genutzt werden, um ein neues Referat zu gründen oder neue Projekte zu initiieren.

Was wollt ihr an der SRH Hochschule Heidelberg ändern?

Es geht uns gar nicht so sehr darum etwas zu verändern, sondern mögliches Potential zum Mitwirken zu nutzen. Wenn wir aber bei dem Wort ändern bleiben wollen, dann wünsche ich mir, dass die Studierenden bei sie betreffenden Dingen mit ins Boot geholt und nach ihrer Meinung gefragt werden. Es passiert leider oft, dass an der Hochschule nach Gutdünken Entscheidungen getroffen werden, die sich als zielführender und effektiver erwiesen hätten, wären Studierende in den Prozess involviert gewesen.

Wie ist der weitere Ablauf?

Nachdem wir im Jahr 2019 mit anderen Fachschaftsprechern und Fakultätsräten gemeinsam an Konzepten und wichtigen Themen gearbeitet haben, gehen wir davon aus, dass wir diese Konzepte im Jahr 2020 umsetzen können. Das sind zum Beispiel der Hochschulsport, politische Bildung generell sowie interne Anliegen der Studierenden. Wir gehen davon aus, dass die erste Satzung, an der wir das letzte Jahr gemeinsam mit der Rechtsabteilung der Hochschule und dem Rektorat gearbeitet haben, im Frühjahr 2020 vom Hochschulsenat bestätigt wird und wir die Arbeit legitim aufnehmen können. Nach den Fakultätsratswahlen treffen sich alle studentischen Vertreter aus den Fachschaften und den Fakultätsräten aller Fakultäten. Dies stellt die SV dar. Diese wählt aus sich heraus zwei Vorstände und Referatsleiter für die verschiedenen Referate, also Aufgabengebiete. Jeder Studierende kann sich zum Vorstand oder Referatsleiter aufstellen lassen, insofern er ein gewählter studentischer Vertreter ist (Fakultätsrat / Fachschaftsratsmitglied / Gruppensprecher).

Wie oft werdet ihr tagen?

Angedacht ist, dass sich die SV ein bis zwei Mal im Quartal, aber maximal einmal im Monat trifft. Die Vorstände und Referatsleiter jedoch sollten sich alle zwei Wochen treffen. Die Sitzungen der SV werden prinzipiell für alle Studierende offen sein. Die SV gibt den Vorständen und den Referatsleitern als die Richtung vor.

Mit welchen Anliegen kann man sich an die SV richten?

Jeder kann sich im Grunde mit jedem studienbezogenen Anliegen an die SV wenden. Natürlich gilt es dabei trotzdem die Eskalationshierarchie zu beachten. Bei fakultätsinternen Problemen sollten erst alle Möglichkeiten zur Problemlösung an der Fakultät ausgeschöpft werden.

Wir werden am Anfang aber sehr froh über Ideen und Anregungen sein, um der SV ein Profil zu geben und sich schnell für Anliegen der Studierenden einsetzen zu können. Es gibt Themen wie beispielsweise Klimaschutz oder Diversity, bei denen wir gemessen am Fortschreiten der Zeit und der sichtbaren Umsetzungen als Hochschule und Studierendenschaft zurückliegen. Aber wir freuen uns darauf diese und andere Themen gemeinsam anzupacken.

Was grenzt euch vom Student Business Network ab, das 2019 an der SRH Hochschule Heidelberg gegründet wurde?

Die praxisbezogene Lehre und die Möglichkeit zur schnellen und freien Entfaltung in einem geschützten und geeigneten Umfeld an der SRH Hochschule Heidelberg zeigt sich in den zahlreichen Gründungen an der Hochschule. Das „Student Business Network“ ist hier keine Ausnahme. Es reiht sich mit seiner wertvollen Idee der Verknüpfung von Studierenden, Unternehmen und Alumni in die Speerspitze der in die Zukunft ausgerichteten studentischen Start-ups ein. Die SV ist jedoch ein demokratisch gewähltes Gremium das hochschulpolitische Arbeit verrichtet. Somit ist leicht zu erkennen, dass SBN und die SV im Grunde nichts miteinander zu tun haben. Jedes studentische Start-up oder jede Initiative ist und wird jederzeit herzlich eingeladen sein, an gemeinsamen Projekten zu arbeiten.

Kurz vor Weihnachten habt ihr euch beim X-Mas Market aller Fakultäten und des SBN präsentiert.

Zum ersten Mal ist es uns gelungen, ein von Studierenden selbst initiiertes, fakultätsübergreifendes Event zu planen und umzusetzen. Allen Beteiligten hat es unheimlich viel Spaß gemacht und wir haben durch diesen gemeinsamen Prozess den Grundstein für die spätere Arbeit der SV gelegt. Es zeigte sich, dass die Studierendenschaft mit ihren verschiedenen Fakultäten viel mehr Schnittmengen, Schaffenskraft und Umsetzungswille hat, als man das Anfangs glauben möchte. Doch es liegt noch viel Arbeit vor uns, die Fakultäten noch enger miteinander zu vernetzen.

 

So setzt sich die Studierendenversammlung zusammen – übrigens ist am 11.02.202 Senatswahl: