Alle sieben Jahre wird eine neue Erasmus-Generation entwickelt, nun ist wieder die Zeit dafür: Die neue Erasmus-Charta gilt von 2021 bis 2027. Unsere Erasmus- und Stipendienkoordinatorin Iris Ulbrich erklärt, was sich geändert und welche Auswirkungen Corona auf das Förderprogramm der EU hat.

Mit einem Score von 100 – dem bestmöglichen Ergebnis – ist die SRH Hochschule Heidelberg kürzlich in die Erasmus-Charta 2021 aufgenommen worden. Der DAAD gratulierte zu diesem Ergebnis. Wenn man wie unsere Hochschule bereits teilgenommen hat, sei das Verfahren zur Aufnahme in die neue Erasmus-Charta nicht so schwierig, gibt sich Iris Ulbrich bescheiden: „Aufwändiger als der Antrag sind die vielen Verpflichtungen, die damit einhergehen.“ Denn Erasmus wird nun auf digitale Füße gestellt: das Online Learning Agreement (OLA), das den Datentransfer vereinfachen soll (Erasmus without Paper) und eine digitale European Student Card anvisiert. So dürfen Anträge nun nicht mehr händisch erstellt werden, sondern müssen digital eingefügt werden über das neue Erasmus+ Dashboard bzw. über die neue App, erklärt Iris Ulbrich: „Das betrifft dann unsere 60 Partnerhochschulen in  Europa, die wir alle neu einpflegen müssen. Auch die Studierenden müssen sich künftig digital einschreiben. Die Digitalisierung ist ein Riesenprozess, der viele Beteiligte einbezieht und fordert!“Nicht nur Europa, auch Partnerländer wie Paraguay, Serbien, Australien, Ukraine, Belarus oder Bhutan sind Teil des Erasmus-Programmes an unserer Hochschule. Hier werden Incomings unterstützt (vor Corona ca. 30 Studierende sowie 20 Dozentenaustausche im Jahr), während innerhalb Europas nur Outgoings gefördert werden. „Gerade jetzt bin ich sehr froh, dass es Erasmus gibt!“, betont die Erasmus-Koordinatorin. „Der internationale Austausch ist wichtiger denn je!“ Vor Corona gab es jährlich etwa 100 Outgoings, also Studierende, die ein Auslandssemester absolvieren – die Hälfte davon im europäischen Ausland und von Erasmus gefördert. Etwa 20 Auslandspraktika im Jahr wurden gefördert, 30 Reisen im Dozentenaustausch und Fortbildungen wurden unterstützt. „Natürlich können wir diese Zahl in Corona-Zeiten nicht halten“, berichtet Ulbrich. Wobei die Erasmus-Verträge, die in der Corona-Zeit abgeschlossen wurden, um ein Jahr verlängert werden.  Dennoch sei es wichtig, sich gerade jetzt um die Zeit nach Corona zu kümmern und im europäischen Ausland wichtige Erfahrungen fürs Leben zu machen. „Erasmus hat weiterhin einen hohen Stellenwert an unserer Hochschule.“ So bewerben sich viele Studierende an der Fakultät für Therapiewissenschaften für Praktika im Ausland, einige auch aus der Fakultät für Angewandte Psychologie, ebenso wie einige Kommiliton*innen der Sozialen Arbeit. Das Interesse am europäischen Austausch wächst an der Fakultät für Information, Medien und Design. Und die Fakultät für Wirtschaft verzeichnet nach wie vor die meisten Erasmus-Studierenden. Bis Ende 2022 werden auch Erasmus-Studierende in Großbritannien noch gefördert, aber die Visumsvergabe und die Organisation der Krankenversicherung sind aufgrund des Brexits ein größerer Aufwand.

Iris Ulbrich fasst zusammen: „Wir haben mit Erasmus ein großes Potenzial –  jede Fakultät, alle Studierenden, die ins europäische Ausland möchten, bekommen diese Förderung. Sobald Corona es wieder zulässt, sollten wir unsere Auslandsmobilität unbedingt nutzen!“

Erasmus+ in Zahlen:

Förderung an unserer Hochschule vor Corona/Jahr in etwa:

50 Auslandsmobilitäten in Europa (Outgoings); Förderhöhe: 330 bis 450 Euro/Monat (länderabhängig)

20 Auslandspraktika; Förderhöhe: 435 – 555 Euro

30 Reisen von Hochschulmitarbeitenden; Förderhöhe: 140-180 Euro/Tag + Reisekostenpauschale

30 Mobilitäten aus den Partnerländern außerhalb Europas (Incomings); Förderhöhe: 850 Euro/Monat

20 Dozentenaustausche beiderseits; Förderhöhe: 160 Euro/Tag für Incoming Personal, ca. 180 Euro/Tag für Outgoing Personal plus Reisekostenpauschale