Ein bunt gemischtes Publikum von Student*innen aus verschiedenen Fakultäten, Mitarbeiter*innen und Externen kam beim virtuellen FACT ForschungsDialog zum Thema Künstliche Intelligenz zusammen. Prof. Stephan Schöning berichtet.

Am 26. Mai begrüßte Prof. Dr. Stephan Schöning, Akademischer Leiter des Campus Calw der SRH Hochschule Heidelberg, Prof. Dr. Kerstin S. Haring, Professorin für Informatik an der Universität von Denver – erstmals im Rahmen einer Online-Veranstaltung mit Übertragung aus Denver. Der FACT ForschungDialog wird gemeinsam von der SRH Hochschule Heidelberg und dem gemeinnützigen Forschungsverein FACT-Center e.V. Center for Finance, Accounting, Controlling and Taxation veranstaltet; er soll die Brücke zwischen verschiedenen Forschungsbereichen schlagen und Studierenden Einblicke in aktuelle Forschungsfragen geben.

In ihrem Vortrag konzentrierte sich Prof. Haring darauf, in verständlichen Worten zu erläutern, was Künstliche Intelligenz eigentlich ist, wie sie sich auf unsere tägliche Arbeit auswirkt und wo sie bereits ein Teil des Arbeitsplatzes ist. Wichtig war zunächst die Abgrenzung der verschiedenen Begrifflichkeiten. Wie stehen also Artificial Intelligence, maschine learning und deep learning zueinander? Anhand markanter Beispiele wurden die Unterschiede allen Zuhörern deutlich. Auch die verschiedenen Formen der Anwendung von AI, denen alle bereits im Alltag unter den verschiedensten Bezeichnungen begegnen, wurden herausgearbeitet. Großen Raum nahm die Beantwortung der Frage ein: Was kann AI und was kann es (noch?) nicht. „AI kann uns bereits viele Routine-Tätigkeiten mit einer 95 oder sogar 99-prozentiger Zuverlässigkeit abnehmen. Aber bei sicherheitsrelevanten Aspekten wollen wir nicht die ein  Prozent erleben, in denen AI versagt“, so Prof. Haring. So lassen sich durch AI Kalender und Kommunikationskanäle optimieren und auch stundenlange Autofahrten im mittleren Westen der USA besser bewältigen. Aber mit hochkomplexen Situationen wie etwa im Stadtverkehr ist autonomes Fahren noch überfordert.

Prof. Haring kam auch auf andere Grenzen von AI zu sprechen, die sich gerade auch in der aktuellen Situation zeigen. „AI kennt keine Gefühle und keine Stimmungen.“ Bezogen auf die Lehre an Hochschulen vermisse sie bei virtuellen Veranstaltungen die Diskussionen in Gruppen und die Gespräche im Umfeld und während der Pausen.

Der insgesamt sehr gelungene Nachmittag endete mit einer längeren Frage- und Diskussionsrunde, bei der sich viele der 30 Teilnehmer zu Wort meldeten.