Interview mit Oliver Schlenker (Foto), Gründer des Unternehmens Enmaze: Traum erfüllt, Zukunft gesichert?

Für die meisten Studierenden ist das Studium für mindestens drei, in manchen Fällen auch für fünf Jahre der absolute Lebensmittelpunkt. Neben den täglichen Vorlesungen und den Klausuren im 5-Wochen-Takt bleibt schließlich kaum Zeit für etwas anderes.

Einer der Studenten, dem die eigentliche Belastung des Studiums zu wenig zu sein scheint, ist Oliver Schlenker: Neben seinem Master-Studiengang hat er sich außerdem den Traum des eigenen Unternehmens erfüllt. Was macht sein Start-up? Wie sehen seine Zukunftspläne aus? Wie bekommt man das alles unter einen Hut? Richard Dihen, Absolvent des Master-Studiengangs Internationales Wirtschafts- und Unternehmensrecht im Jahr 2016 und seinerseits selbst Gründer einer Online Marketing Agentur in Heidelberg, hat ihn interviewt:

 

Wie lange studierst du schon an der SRH?

Ich studiere seit Oktober 2015 den Masterstudiengang Internationales Mittelstandsmanagement und werde diesen in Kürze abschließen. Eigentlich könnte ich längst fertig sein, wenn ich nicht zwei Urlaubssemester für die Gründung meines Unternehmens eingelegt hätte. Aber es hat sich gelohnt!

Was genau macht dein Start-up?

Seit Anfang des Jahres bieten wir Outdoor-Escape-Games in Heidelberg mit dem Fokus auf Verbraucher an. Ab nächstem Jahr setzten wir dann den Fokus auf Gamification-Konzepte für Unternehmen. Bei diesen Konzepten geht es prinzipiell darum, spielerisch Wissen in eigentlich spielfremdem Kontext zu vermitteln. Unternehmensspezifische Inhalte können dadurch besser kommuniziert und durch die spielerische Interaktion nachhaltig verinnerlicht werden. Darüber hinaus tragen unsere Konzepte zur Steigerung der Arbeitgebermarke unserer Auftraggeber bei.

Start-up, Studium und dann auch noch die Master-Thesis vor Augen vor Augen…bleibt da überhaupt noch Zeit für andere Aktivitäten?

Momentan gibt es schon sehr viel zu tun. Um ehrlich zu sein, hatte ich zu Beginn des Jahres nicht gedacht, dass sich das Start-up so schnell entwickelt, und daher war es nicht ganz einfach alles unter einen Hut zu bekommen. Viel Zeit für andere Aktivitäten bleibt tatsächlich nicht mehr, und die wenige Freizeit, die ich habe, wird mittlerweile sehr überlegt genutzt. Im Großen und Ganzen muss ich aber sagen, dass ich diesen Schritt nicht bereue und es ist einfach genial zu sehen, wie sich die Mühen bezahlt machen.

Wie hat dich die SRH bei deiner Gründung unterstützt?

Unterstützung habe ich vor allem durch das SRH Gründer-Institut erhalten, in welchem ich bereits während des Studiums mein Pflichtpraktikum absolviert habe und seither die Räumlichkeiten und das Netzwerk nutzen darf. Durch den intensiven Austausch mit der Institutsleitung hat sich unsere strategische Ausrichtung kontinuierlich weiterentwickelt. Nicht zuletzt ist daraus auch das Konzept zur Campus Rallye hervorgegangen, von welchem wir die Hochschulleitung überzeugen konnten. Für die Chance, unser erstes Großgruppenkonzept umsetzen zu dürfen, sind wir der Hochschule selbstverständlich sehr dankbar.

Wie genau lief die Campus Rallye ab? Was waren bei diesem Projekt die Herausforderungen?

Das Ziel des Konzepts war eine Campus Rallye zu entwickeln, bei der sich die neuen Studierenden selbstständig den Campus „erspielen“, dabei alles Wissenswerte erfahren und sich kennenlernen. Die Studierenden wurden dafür während der Startklar-Tage in kleine Teams eingeteilt und mit einem iPad ausgerüstet.

Das Projekt war von Beginn an sehr ambitioniert, da wir bis dato Events mit deutlich weniger Teilnehmern durchgeführt haben. Die größte Herausforderung war definitiv die Koordination der bis zu 1.200 Studierenden, die nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten sein durften.

Mit dem iPad quer durch die Altstadt…das klingt nach einer Menge Spaß, vor allem aber einer Aktivität im Sommer. Wie verhält es sich in den Wintermonaten mit den Gruppen? Bleiben die Leute im Winter eher zuhause?

Wie bereits erwähnt, waren wir sehr überrascht, wie gut unsere Outdoor-Escape-Games bei unseren Kunden schon im ersten Jahr angekommen sind. Der Plan war eigentlich, ab spätestens November bis Anfang März in die Winterpause zu gehen, was wir aufgrund der immer noch großen Nachfrage verworfen haben. Schlussendlich kann man unsere City Adventures zu jeder Jahreszeit spielen, sofern es nicht stark regnet und die Kleidung den Temperaturen angepasst ist.

Jetzt, wo es allmählich weihnachtlich wird, lassen sich unsere City Adventures auch sehr gut mit dem Weihnachtsmarkt kombinieren. Allerdings empfehlen wir den Weihnachtsmarkt erst nach unserem Game zu besuchen, da die Kombinationsgabe beim Lösen der Rätsel durch zu viel Glühwein doch deutlich beeinträchtigt wird.

Was sind eure nächsten Ziele und Pläne fürs nächste Jahr?

Wir werden definitiv unser Outdoor-Escape-Game-Portfolio in Heidelberg weiter ausbauen und uns wie gesagt auf Business-Gamification konzentrieren. In beiden Bereichen möchten wir uns fest etablieren und unser Angebot an die Bedürfnisse der jeweiligen Kundengruppe anpassen. Eine Herausforderung wird dabei sicherlich der Vertrieb im B2B-Bereich sein. Läuft das Jahr nach unseren Vorstellungen, haben wir uns bis Ende 2019 in beiden Sparten entsprechend etabliert…und müssen unsere Winterpause im nächsten Jahr bestenfalls wieder verschieben!

Bilder von der Campus Rallye, bei der über 1.000 neue Studierende der SRH Hochschule Heidelberg sich ihren Campus „erspielen“ musste – eine koordinatorische Herausforderung und ein Meisterstück für Oliver Schlenker und sein Start-up Enmaze: