SRH-Studentin Lynn Strasser gewinnt die Hochschulmeisterschaften im Fechten.

Studium und Spitzensport vereinen – SRH-Studentin Lynn Strasser weiß, wie es geht. In einem packenden Finale bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) holte die Fechterin am 12. Februar 2017 einen Rückstand von vier Treffern auf die Regensburgerin Helena Lowack auf und sicherte sich mit einem äußerst knappen Endstand von 15:14 Punkten die Goldmedaille vor heimischem Publikum. Ausrichter der DHM, die mit insgesamt 220 Teilnehmern zu den größten Fecht-Turnieren Deutschlands zählt, war die Fechtabteilung der TSG Rohrbach in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Hochschulsport-Gruppe.

„Der Sieg kam überraschend für mich, da ich mich im Moment eher auf meine Abschlussprüfungen konzentriere“, sagt Strasser. „Umso schöner ist es, die Hochschulmeisterschaft mit der Unterstützung meiner Vereinskollegen der TSG Rohrbach gewonnen zu haben. Es hat einfach alles gepasst und es hat großen Spaß gemacht.“

Die 25-jährige Luxemburgerin studiert seit 2013 Physiotherapie an der SRH Hochschule Heidelberg. Der Degen gehört seit ihrer Kindheit zu ihrem Leben. Nachdem sie zunächst andere Sportarten, wie z.B. Ballett, Schwimmen und Tennis ausprobiert hatte, blieb sie beim Fechten hängen, fasziniert von den physischen und mentalen Aspekten, die die Sportart zu bieten hat.

Bis 2016 nahm Strasser mit der luxemburgischen Nationalmannschaft an Weltcup-Turnieren teil und trainierte vier bis sechs Mal pro Woche – sowohl Fechten als auch Kraft und Ausdauer. Ihren Sport für das Studium aufzugeben oder umgekehrt, kam für sie nie in Frage: „Mit einer guten Organisation und entsprechendem Zeitmanagement schafft man beides“, sagt sie. Ihr Interesse gilt seit einigen Jahren dem Rollstuhlfechten, das sie in Frankreich kennengelernt hat und dessen Entwicklung sie aktiv mitverfolgt. Durch ihr Physiotherapie-Studium an der SRH Hochschule Heidelberg kam sie in Kontakt mit Athleten der deutschen Mannschaft der Rollstuhlfechter und betreute diese bei Lehrgängen und Wettkämpfen. In einer Zusatzausbildung zur Klassifizierung der Sportler lernte sie, die Athleten in verschiedene Wettkampfklassen anhand ihrer Beeinträchtigung einzuteilen – eine komplizierte Aufgabe, die sie zum Schreiben einer Bachelor-Arbeit in diesem Bereich führte. „Ich möchte auch in Zukunft beim Rollstuhlfechten aktiv sein, da ich den Sport als wichtiges Mittel zur Inklusion sehe“, begründet sie ihre Entscheidung.

Bis Mitte März stehen für Strasser erst mal Abschlussprüfungen an. „Nach dem Abschluss möchte ich zuerst berufliche Erfahrungen in der Physiotherapie sammeln“, sagt sie. „Später könnte ich mir vorstellen, mein Studium mit einem Masterstudium in der Physiotherapie zu ergänzen.“ Evidenzbasiertes Arbeiten, Forschung und Sport – das passt für sie zusammen.