Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Internes Netzwerken beleuchtete Prof. Dr. Andreas Gerber gesellschaftliche Aspekte des technischen Fortschritts.

Technische Innovation ist Teil unseres Alltags – doch nicht immer hat sie positive Auswirkungen auf unsere Gesellschaft. „Es gibt Dinge, die nehmen wir einfach hin, obwohl sie bedeutend für unsere Gesellschaft sind“, stellte Prof. Dr. Andreas Gerber gleich zu Beginn seines Vortrags im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Internes Netzwerken“ fest. Forscherdrang, Politik und Gewinnstreben verdrängen oft die gesellschaftlichen Risiken des eingeleiteten Fortschritts bewusst.

Als Beispiel nannte er dabei den Strukturwandel in der Agrarindustrie. Auf der einen Seite seien durch den Einsatz von Maschinen und Chemie zahlreiche Arbeitsplätze in diesem Segment verloren gegangen, andererseits entstand aber Raum für geistiges Wachstum, welches viele moderne Wirtschaftszweige erst ermöglichte. Die dadurch einhergehende massive strukturelle Veränderung unserer Gesellschaft habe niemand in diesem Maße voraussehen können, analysierte Gerber.

Auch heute stünden wir mit dem technischen Fortschritt vor großen Veränderungen, so Gerber weiter. Stichwort: künstliche Intelligenz. Sie habe das Potenzial unsere Gesellschaft nachhaltig zu verändern. Positiv oder negativ? Auf diese Frage hat auch Gerber keine Antwort. „Es gibt keine gute oder schlechte Innovation“, sagte er. „Die Frage ist immer nur, was wir daraus machen.“

Die anwesenden Kolleginnen und Kollegen nahmen diesen Denkanstoß zum Anlass, kontrovers über das Thema zu diskutieren. Der Vortrag war Teil der Veranstaltungsreihe „Internes Netzwerken“, in der in regelmäßigen Abständen Vorträge zu frei gewählten wissenschaftlichen Themen angeboten werden. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Fakultäten und Fachgrenzen hinaus zusammen zu bringen.