Im Rahmen unseres interdisziplinären Moduls der Studiengänge Ergotherapie B.Sc. und Physiotherapie B.Sc. mit dem Thema Technologien in der Neurorehabilitation an der Fakultät für Therapiewissenschaften, fanden mehrere Exkursionen und eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema statt.

Die Studierenden besuchten Praxiseinrichtungen der SRH Hochschule Heidelberg wie die Kliniken Schmieder Heidelberg, das SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg, das SRH Gesundheitszentrum Dobel und das Zentrum der Rehabilitation in Pforzheim.

Ziele dieser Exkursionen waren, Technologien im Einsatz in der Neurorehabilitation kennen zu lernen und eigene Erfahrungen an den Geräten zu sammeln. Unter anderem konnten die Studierenden verschiedene Geräte der Arm-Hand- und Gangrehabilitation kennenlernen und selber ausprobieren. Die Studierenden haben einen Einblick bekommen, wie neue Technologien sinnvoll in den bestehenden Therapiealltag integriert werden können. Zusätzlich haben Erfahrungsberichte von PatientInnen und Demonstrationsbehandlungen die Exkursionen abgerundet.

Als Abschluss eines interdisziplinären Moduls fand am 5. Februar 2020 eine Podiumsdiskussion mit dem Thema „Technologien in der Physiotherapie und Ergotherapie“ in der Fakultät für Therapiewissenschaften statt.

Für die Diskussion konnten wir ExpertInnen aus der Praxis, Lehre und Entwicklung gewinnen, die über Ihre Erfahrung mit Technologien gesprochen haben. Es diskutierten v.r.n.l.: Eliane von Gunten (Ergotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Ergotherapie), Pascal Lindemann (Geschäftsführer der Firma „Lime“ und Entwickler der Roboterhand „Anyhand“), Sina Büttner (Physiotherapeutin, tätig in der stationären und ambulanten neurologischen Rehabilitation), Olivia Riemasch-Becker (Physiotherapeutin und Therapieleitung der Kliniken Schmieder, Heidelberg) und Marilena Marino (Physiotherapeutin und Studierende im Master Therapiewissenschaften). Geleitet wurde die Podiumsdiskussion von Maria Schomberg, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Physiotherapie.

Zunächst berichteten die TeilnehmerInnen über Ihre persönliche Erfahrungen im Einsatz mit Technologien in der Neurorehabilitation. Daraus ergab sich eine interessante Diskussion über die Vor- und Nachteile von robotergestützter Therapie und die daraus resultierenden Konsequenzen für das therapeutische Arbeiten. Hier war besonders die Sichtweise von Pascal Lindemann, als Entwickler eines Hand-Roboters, interessant, der großes Potential von Technologien im Hinblick auf den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel, sah. Innerhalb des Bereiches der Implementierung wurden verschiedene Förderfaktoren und Barrieren im Arbeiten mit Technologien aufgezeigt. Dabei konnte Olivia Riemasch-Becker diesen Prozess aus Sicht einer Therapieleitung aufzeigen.

Des Weiteren wurde viel über die Kosten und Finanzierung von den neuen Technologien diskutiert. Es wurden deutliche Unterschiede aufgezeigt zwischen einem ambulanten und stationären Rehabilitations-Setting. Im Vergleich zum stationären Bereich ist der finanzielle Spielraum im ambulanten Sektor zur Anschaffung und damit zur Implementierung von größeren Geräten bisher nicht gegeben.

An der Veranstaltung haben Studierende unserer therapeutischen Studiengänge und zahlreiche interessierte TherapeutInnen von Kooperationseinrichtungen der Hochschule Heidelberg teilgenommen. Gefreut hat uns vor allem die Beteiligung der Zuhörenden, wodurch viele praxisrelevante Themen näher beleuchtet werden konnten.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten!

Eliane van Gunten und Maria Schomberg