Marius Steinhauser steht kurz vor seinem Bachelor-Abschluss der Betriebswirtschaft an der SRH Hochschule Heidelberg – und wurde nun zum dritten Mal in Folge deutscher Handball-Meister. Wie fühlt sich das an, wie lief der Vereins- und Ortswechsel im letzten Jahr und wie lassen sich Profi-Sport und Studium vereinbaren? Antworten in diesem Interview.

Herzlichen Glückwunsch: In diesem Jahr haben Sie Ihren dritten deutschen Meister-Titel gewonnen – gewöhnt man sich an dieses Gefühl oder ist es jedes Mal ein anderes?
Vielen Dank für die Glückwünsche. Es ist immer wieder ein unglaubliches Gefühl und ich kann es auch immer noch nicht fassen, dass es gleich im ersten Jahr mit meinem neuen Verein SG Flensburg-Handewitt geklappt hat. Zum dritten Mal in Folge die deutsche Meisterschaft zu gewinnen ist schon etwas extrem Besonderes für mich. Dabei hatte jede Meisterschaft ihre eigene spezielle Geschichte und war einzigartig. Das bleibt für die Ewigkeit.
Sie wurden in Karlsruhe geboren, haben in St. Leon-Rot (TSV Rot) gespielt, bei der HG Oftersheim/Schwetzingen und schließlich fünf Jahre lang bei den Rhein-Neckar-Löwen. In der vergangenen Saison hat es Sie ganz in den Norden Deutschlands, nach Flensburg, verschlagen. Wie war der Ortswechsel für Sie?
Nach fünf erfolgreichen Jahren bei den Rhein-Neckar Löwen, direkt vor meiner Haustür, war es an der Zeit, eine neue Herausforderung anzunehmen. Durch den Wechsel zur SG Flensburg-Handewitt habe ich die Möglichkeit bekommen etwas Neues abseits meiner Heimat auszuprobieren und mir den Traum zu erfüllen, bei einem absoluten Traditionsclub zu spielen. Meine Freundin und ich haben in Harrislee ein schönes Haus gefunden und uns sehr schnell eingelebt. Vor allem die Nähe zum Meer und die Stadt Flensburg mit dem wunderschönen Hafen haben es uns sehr angetan. Der Einstieg wurde mir durch meine Mannschaftskollegen sehr einfach gemacht und ich konnte mich schnell in die Mannschaft integrieren.
Sie studieren an der SRH Hochschule Heidelberg und werden Ihr Bachelor-Studium der Betriebswirtschaft in diesem Jahr abschließen. War es schwierig, Leistungssport und Studium zu vereinbaren – gerade auch im Hinblick auf den Ortswechsel im letzten Jahr?
Nach meinen vielen Verletzungen in den Jahren 2013 und 2014 war es für mich sehr wichtig neben meiner Rehabilitation ein Studium anzufangen. Während meiner Zeit bei den Rhein-Neckar Löwen war es für mich immer eine willkommene Abwechslung dem Profi-Alltag zu entfliehen und durch mein Studium an der SRH Hochschule Heidelberg für meine berufliche Zukunft vorzusorgen. Die SRH Hochschule Heidelberg hat mir durch das Stipendium die optimale Möglichkeit gegeben Leistungssport und Studium in Einklang zu bringen. Vor meinem Wechsel zur SG Flensburg-Handewitt konnte ich alle Präsenzkurse und Wahlpflichtfächer an der Hochschule erfolgreich abschließen. Das Pflichtpraktikum habe ich in den vergangenen Monaten im Sportmanagement bei der SG Flensburg-Handewitt erfolgreich absolviert und werde mir nun ein passendes Thema für meine Bachelor-Thesis suchen. Alles in allem hat es mit der Vereinbarung von Ortswechsel und Studium perfekt geklappt.
Welche Unterstützung haben Sie konkret von der Hochschule erlebt? Und wie geht es für Sie voraussichtlich nach dem Bachelor-Abschluss weiter?
Die SRH Hochschule Heidelberg hat mir durch das Stipendium erst die Möglichkeit gegeben, ein Studium während meiner Laufbahn als Handballprofi aufzunehmen. Durch die Verdoppelung der regulären Laufzeit auf sechs Jahre war es neben dem Trainingsalltag, dem Reisestress und der Teilnahme an drei Wettbewerben (Bundesliga, Pokal und Champions League) möglich, je nach Terminplan die Kurse zu besuchen oder in Absprache mit der Hochschule, den Professoren und den Dozenten die verpassten Unterrichtsinhalte zu bekommen, um immer auf dem aktuellsten Stand zu sein. Dabei war die Kommunikation und Unterstützung von allen Seiten der Hochschule immer hervorragend. Dafür bin ich dem ganzen Team der SRH Hochschule Heidelberg und allen Professoren und Dozenten sehr dankbar. Nach meinem Bachelor-Abschluss möchte ich auf alle Fälle einen Master-Studiengang belegen. Dabei wird es, durch die mittlerweile große Entfernung nach Heidelberg, auf ein Fernstudium hinauslaufen und ich habe mich schon dementsprechend bei der SRH informiert.