Wenn Groß und Klein aufeinandertreffen. Beim Kooperationsprojekt von KinderHelden und der SRH Hochschule Heidelberg betreuen Studierende Schulkinder in der Region.  Doch wie verlaufen die Treffen während der Corona Zeit? Wir-Online-Redakteurin Charlotte Graf berichtet.

Der 22-jährige Dario Vlasic studiert International Business an der SRH Hochschule Heidelberg und engagiert sich zurzeit als „Kinderheld“ in Mannheim. Er trifft sich mittlerweile seit einem Jahr fast wöchentlich mit dem Grundschulkind Thala aus Mannheim. Meistens finden die Begegnungen im Jugendhaus im Wohnort des zehnjährigen Jungen statt. Dort können sie nicht nur Gemeinsamkeiten wie Gesellschaftsspiele oder Tischtennis ausleben, sondern unternehmen auch Ausflüge wie bspw. nach Heidelberg zum Schloss.

Bei dem Mentoring-Programm KinderHelden gibt es auch Tandems, die gemeinsam lernen und Hausaufgaben machen, bevor das Vergnügen beginnt. Doch Dario ist eher für die Freizeitbeschäftigung zuständig.

Aufmerksam auf dieses Programm wurde der SRH-Student durch eine seiner Mitstudierenden, die sich auch als Kinderheldin engagiert. Da Dario aus der Nähe von Würzburg kommt, wusste er, seine Zeit in Heidelberg wird begrenzt sein, er möchte „von Heidelberg so viel sehen wie möglich“. Außerdem ist er „generell ein Mensch, der sich sehr gerne sozial engagiert“, erklärt er.

Nach Darios Interview mit den Kollegen von KinderHelden in Mannheim, in dem er die Mitarbeiter von seinen Interessen überzeugen musste, suchten diese passend zu den Charaktereigenschaften von Dario ein Menti-Kind. „Wenn du eine ruhigere Person bist, vermeiden sie es, dir einen `Chaoten´ zu geben“, lacht Dario, der sich eher zur ruhigeren Sorte zählt.

Die ersten Treffen fanden in der Schule mit der Klassenlehrerin statt. Meistens treffen sie sich einmal in der Woche. Schwierig ist es nur, wenn sein Menti den ganzen Tag Schule hat und auch Darios Vorlesungen bis 17 Uhr andauern.

Doch durch Corona hat sich einiges verändert. Zu Beginn der Krise war Dario in seiner Heimat in Würzburg und hat Thala nur alle drei Wochen gesprochen. Die meisten Menti besitzen noch kein Smartphone, daher besteht der Kontakt nur zu den Eltern. „Das war manchmal ein bisschen kompliziert, da mein Menti einen Migrationshintergrund hat und alles mit der Mutter abgeklärt werden musste. Dabei gab es manchmal ein paar Sprachbarrieren“, erklärt der SRH-Student. Trotzdem haben sie ab und zu per Videocall miteinander gesprochen und sich auf dem Laufenden gehalten, aber auf das Jugendhaus, gemeinsame Ausflüge und persönliche Treffen mussten sie verzichten. Demnächst möchte Dario sich allerdings wieder mit Thala persönlich treffen, natürlich unter Einhaltung des Mindestabstands. „Corona existiert zwar immer noch, doch sind wir, was Treffen angeht, mittlerweile ein wenig freier geworden.“

Für Dario steht fest, dass er weiterhin mit seinem Menti in Kontakt bleiben und ihn unterstützen möchte, auch wenn er nach seinem Bachelor Heidelberg verlassen wird. Er hat in der Zeit als Kinderheld einiges lernen und für sich mitnehmen dürfen. „Ich kann das nur jedem ans Herz legen, so eine Erfahrung zu machen. Die Kinder freuen sich, man selbst lernt sehr viel dazu. Klar gibt es manchmal auch Schwierigkeiten, aber wichtig ist es, konstant dabei zu bleiben.“