Eine Organisation als Maschine oder lebendes System? Prof. Dr. Rudolf Irmscher, Geschäftsführer der Stadtwerke und Honorarprofessor an der SRH Hochschule Heidelberg erklärt in seiner letzten Kolumne den Unterschied. Seine bei Wir-Online erschienenen Kolumnen sind nun auch in einem Buch erschienen (www.swhd.de/praxiscode).

Die Unternehmenswelt durchlebt einen tiefgreifenden Wandel. Wenn Sie bei einem Arbeitgeber eine Stelle antreten, dürfte sich Ihr Unternehmen in einer Übergangssituation zwischen zwei Polen befinden. Auf der einen Seite steht das Bild einer Organisation, die sich wie eine Maschine steuern lässt. Der Mensch hat zu funktionieren wie ein Rad im Getriebe. Arbeitsanweisungen und Vorschriften bestimmen das Geschehen. Ein informeller Austausch jenseits der offiziellen hierarchischen Wege gilt eher als Störgröße. Es herrscht die Arbeitsauffassung: „Ich mache meinen Job bis zur Schnittstelle und nicht weiter.“

Den Gegenpol bildet die Vorstellung von einem Unternehmen, das ein lebendes, vom Menschen und seinen Emotionen geprägtes Gebilde darstellt. Es funktioniert vor allem über Netzwerke, die über Hierarchiestufen und Unternehmensbereiche hinausreichen. Diese Netzwerke sind nur bedingt steuerbar, lassen dafür aber viel Raum für Kreativität. Die Arbeitsauffassung lautet hier: „Ich möchte meine Organisation und mich weiterentwickeln.“

Die meisten Unternehmen sind vom Idealbild der „Organisation als lebendem System“ noch ziemlich weit entfernt. Als Berufseinsteiger finden Sie häufig noch eine Organisation vor, die sich eher an der Funktionsweise einer Maschine orientiert. Auch treffen Sie auf Menschen, die ohne Internet aufgewachsen sind, in den alten Strukturen sozialisiert wurden und heute einflussreiche Positionen bekleiden. Deshalb hilft es nichts: Als Neuankömmling müssen Sie sich bis zu einem gewissen Grad auf das Bestehende einlassen und sich mit den Verhältnissen arrangieren. Möglicherweise so lange, bis Sie selbst in der Position sind, die Dinge zu ändern.

Doch wie gehen Sie dabei vor? Wie treffen Sie die richtigen Entscheidungen? Welche Spielregeln haben sich bewährt? Das Anliegen meiner zurückliegenden Kolumnen war es, hierzu einige Hinweise und Anregungen zu geben.

Natürlich stellen sich noch viele andere Fragen: Wie finden Sie zum Beispiel die richtige Grundrichtung für Ihren Karriereweg? Und wenn die Grundrichtung stimmt: Wie halten Sie Kurs? Wann erscheint ein Unternehmenswechsel tatsächlich geboten? In vielen Unternehmen jagt eine Restrukturierung die nächste. Das mag strategisch notwendig sein, doch wie überstehen Sie als junge Fach- oder Führungskraft die damit verbundene „emotionale Achterbahn“? Mit welcher Haltung und persönlichen Strategie profitieren Sie womöglich von einer krisenhaften Entwicklung?

Antworten auf diese und viele andere Fragen gibt Ihnen mein gerade erschienener kleiner Wegweiser für den Start ins Berufsleben: „Spielregeln für Bewerbung und Beruf – Praxiscode für Young Professionals“.

Interesse? Hier geht es zum kostenlosen Download (PDF, 102 Seiten): www.swhd.de/praxiscode.