FRENVI – friendly environment, so heißt das Start-up, welches die beiden Master-Absolventen Abhinav Ramachandran (29) und Phanindra Gopala Krishna (28) gegründet haben. Wir-Online Redakteurin Jana Ladwig trifft die beiden und erfährt mehr darüber, was sich hinter dem Namen verbirgt.„We have to make this happen and we will help the European market to take the first steps towards completely going waste free!“

Diese Vision ist es, die die Master-Absolventen Abhinav Ramachandran und Phanindra Gopala Krishna verbindet. Die beiden stammen aus Indien und sind extra für das Studium nach Deutschland gekommen. Phanindra erzählt davon, dass er schon immer ein Unternehmen gründen wollte. Allerdings fehlten ihm als Ingenieur die wirtschaftlichen Kenntnisse dazu, weshalb er in dem Master-Studiengang International Business and Engineering (IBE) der SRH Hochschule Heidelberg eine passende Verknüpfung dieser beiden Bereiche sah. Die beiden lernten sich beim Studium in Deutschland kennen. Während des Entrepreneurship-Programms, das in den IBE integriert ist, überlegten die beiden, wie sie ihre gemeinsame Vision umsetzen können. Zusammen haben sie FRENVI gegründet, ein Startup, das essbare Löffel herstellt. Dabei konnten sie direkt die Inhalte anwenden, die sie im Studium gelernt haben. Besonders der Schwerpunkt International Business Law half den beiden zu verstehen, dass es nicht so kompliziert ist, als Einwanderer ein Start-up in Deutschland zu gründen.

Angefangen hat alles mit einem Problem, dass die beiden indischen Gründer nicht mehr losließ: Abfall.

Abfall, der eine Belastung für den Staat, die Kommunen aber auch eine große Gefahr für Tiere darstellt. Die beiden überlegten, was sie unternehmen könnten, um das Problem des Abfalls zu lösen. Bei ihren Recherchen fanden sie heraus: Einer der Top-Umweltverschmutzer stellt das Einweggeschirr dar. Das liegt zum Beispiel daran, dass Plastiklöffel um einiges schwerer einzusammeln sind, um sie zu recyclen als beispielsweise eine Wasserflasche.

„Da ist kein Pfandsystem, es hat keinen Wert. Der Wert von Einweg-Besteck ist nur vorhanden, bis die Person ihre Mahlzeit beendet hat. Danach hat es keinen Wert mehr“, erzählt Abhinav. So entstand die Idee Einwegprodukte zu ersetzen, denn laut Phanindra ist es nicht nur Plastik, das ein Problem darstellt, auch Holzbesteck und andere PLA-basierte Alternativen produzieren Abfall, der am Ende liegen bleibt und einen schlechten Nachgeschmack hinterlässt. Die beiden ehemaligen Studenten der SRH stellten sich deshalb der Herausforderung Besteck zu entwickeln, welches keinerlei Abfall produziert. Diese Idee stand im August 2018. Wie sieht es mit diesem Plan jetzt aus?

Abhinav und Phanindra präsentieren mir stolz ihre Ecobites. Die essbaren Löffel sind komplett vegan und sind in den unterschiedlichsten Geschmackssorten erhältlich. Auch wenn man zu satt ist, um den Löffel nach der Mahlzeit noch zusätzlich zu essen, kann man ihn einfach in der Natur entsorgen, wo der Löffel sich innerhalb von 25 bis 30 Tagen selbst kompostiert und den Boden anreichert. Sie bestehen dabei ausschließlich aus pflanzlichen Inhaltsstoffen und natürlichen Geschmacksstoffen, die von der indischen, der amerikanischen und der deutschen Küche inspiriert sind. Geschmackssorten wie scharfe Minze, Barbecue, Curry-Wurst, Cookie oder Kakao sollen das Esserlebnis erweitern und gleichzeitig eine nachhaltige Alternative zum Einwegbesteck darstellen. Doch keine Sorge, der Kaffee wird durch den Löffel nicht plötzlich nach Kakao oder Schokolade schmecken. Bei Benutzung der Löffel geben diese keinerlei Geschmack ab. Erst wenn man die keksartigen Löffel selbst isst, entfalten sich die Aromen. Bis zu 30 Minuten lang bleiben die Löffel auch in warmen Gerichten stabil.

Im Moment sind die Löffel noch handgemacht, was sehr zeitintensiv ist. Doch gerade arbeiten die beiden an einer Maschine, mit der sie die Löffel maschinell herstellen können. Unterstützung erhalten sie dabei durch das EXIST-Stipendium, das sie seit August dieses Jahrs erhalten. Dabei handelt es sich um ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und des Europäischen Sozialfonds, das innovative und technologieorientierte Gründungsvorhaben unterstützt. Auch das Gründer-Institut der SRH Hochschule Heidelberg, in dem das Start-up seinen Sitz hat, bietet Rückhalt während der Entwicklungsphase. Als Plattform, auf der sich viele Menschen befinden, die Expertise aus den unterschiedlichsten Bereichen mitbringen, können die beiden Gründer hier ihre Ideen validieren lassen und Feedback einholen.

Durch das positive Feedback und die Annahme für das EXIST-Stipendium zeigen Abhinav und Phanindra sich selbstbewusst und zuversichtlich. Im Moment arbeiten sie Vollzeit an ihrer Idee und haben eine Menge Vorhaben, die sie umsetzen wollen. Neben der Weiterentwicklung der Löffel arbeiten sie auch an einer ganzheitlichen Lösung, die andere Besteckutensilien und Einwegprodukte wie Messer, Gabeln, Rührer und Strohhalme enthält. Auch ein Do-it-yourself-Konzept (DIY) für die Fingerfood-Sparte ist in Planung, das dem Kunden ermöglichen soll, kreative kleine Gerichte auf Fingerfood-Löffeln anzurichten, wobei das DIY-Kit ebenfalls ein passendes Rezept beinhalten soll, das den Geschmack der Löffel kontrastiert. Da kommen also noch einige Herausforderungen auf die Gründer zu. Dabei wollen sie es sobald wie möglich auf den Markt schaffen. Ab 2021 plant die deutsche Regierung, Wegwerfplastik zu verbieten. Die beiden Master-Absolventen wollen die Regierung dabei unterstützen, dieses Vorhaben zu realisieren. Deshalb soll bis dahin die Idee marktreif sein, um eine nachhaltige Alternative anbieten zu können. Und irgendwann stehen auch Messer und Gabeln an…

Wir sind gespannt, wann wir unseren Take-Away Kaffee inklusive Cookie-Rührer probieren können!

Bitte schickt den beiden Gründern gerne eure Meinung zu Geschmacksrichtungen, Anwendungen oder sonstiges Feedback: abhinav@frenvi.de , phanindra@frenvi.de

FRENVI ist ein Start-up, das es sich zum Ziel gesetzt hat, das menschliche Handeln nachhaltiger zu machen und eine bessere Umwelt für kommende Generationen zu gestalten. Dazu wollen sie der Gesellschaft Abfall-vermeidende Lösungen anbieten. FRENVI möchte Menschen inspirieren soziale Verantwortung zu übernehmen und ihnen dabei helfen, mehr nachhaltige Entscheidungen im Alltag zu treffen. Die beiden Gründer kommen aus dem Entwicklungsland Indien und wissen deshalb, wie sehr die Welt auf Länder wie Deutschland schaut, die Beispiele und Anstöße für ein nachhaltigeres Leben geben. Deshalb möchte FRENVI den Leuten in Deutschland dabei helfen, durch nachhaltige Entscheidungen die Welt zu beeinflussen, diesem Beispiel zu folgen.

Für mehr Informationen geht auf die Website www.frenvi.de .