Mit ihrem “MANUal” steuert MuK-Studentin Manuela Martin eine neue Kolumne für Wir-Online bei. Den Auftakt macht sie mit witzigen Gedanken zum Thema Pendeln. With her „MANUal“ the media- and communication management student Manuela Martin shares a new column. She starts with some funny thoughts concerning the daily life of a commuter. English version

„Starr‘ mich nicht so an!“

Wer pendelt kennt es sicher. Die Situation. Die Leute. Doch erst einmal zu den Basics. Wie sitzt man im Vierer? Na klar, schräg gegenüber von anderen Menschen, damit jeder noch etwas mehr Platz hat, zum Beispiel, um die Füße auszustrecken. Das geht natürlich nur so lange, bis sich noch zwei weitere Personen in den Vierer dazu setzen.

Der Alltag sieht anders aus. Es scheinen nicht alle Leute dieses „unausgesprochene Gesetz“ zu kennen. Eine neue Variante ist mir gerade heute Morgen passiert: ein zwei-Meter-Typ setzt sich mir direkt gegenüber, obwohl der Platz schräg gegenüber von mir ebenfalls frei war. Doch nicht nur das. Er hat seine Beine so ausgestreckt, dass ich quasi im Vierer „gefangen“ war. Doch dies nur am Rande, das eigentliche Problem war ein ganz anderes: Das wirklich Komische, oder Peinliche, wenn man einer fremden Person eine Stunde lang gegenüber sitzt, ist nämlich die Frage, wo man denn nun hinschaut. Besonders, wenn man auf dem Platz am Gang sitzt und nicht zum Fenster hin. Schließlich gilt es ja schlicht und einfach als unhöflich, andere Menschen anzustarren. Wenn man allerdings in den Gang schaut, starrt man über kurz oder lang die Person an, die ein bis zwei Vierer sitzt, ebenfalls am Gang. Also keine Lösung des Anstarr-Problems.

Alternativ könnte man natürlich auch aus dem Fenster schauen, aber falls eine weitere Person neben einem sitzt, fühlt diese sich wiederum angestarrt, was bestenfalls ignoriert, aber auch durch böse Blicke quittiert werden kann.

Der Boden lässt sich auch anstarren, er starrt normalerweise auch nicht so böse zurück, allerdings wirft es bei den Mitmenschen eventuelle Fragen über das seelische Wohlbefinden auf, wenn man den Boden eine Stunde lang anstarrt. – Also auch nicht ideal.

Für Menschen meines Alters (Anfang 20) die wohl einfachste Lösung: auf das Handy schauen. Nur ist es in eben solchen Situationen meistens so, dass niemand einem  schreibt. Oder man aber, je nach Zugverbindung, gar keinen Internetempfang auf einigen Streckenabschnitten hat. Man könnte sich allerdings vorab auch ein paar Folgen der Lieblingsserie herunterladen. Eine Lösung, mit der ich lange zufrieden war – zumindest so lange, bis die Person neben mir beschlossen hat, dass sie auch zuschaut und sich zu mir rüber lehnt. Ganz toll. Je nach (eventuell vorhandenem) Parfüm, und vor allem der Dosierung des Parfüms auch immer wieder eine Erfahrung, die manchmal eben nicht ganz so dufte ist.

Man könnte auch ein Buch lesen, bei Menschen in meinem Alter allerdings leider so langsam eine echte Seltenheit. Ich lese manchmal, wenn ich nicht zu müde bin, ein E-Book am Handy, was platzsparend ist und auch immer mit dabei.

Eine andere Methode, von Technik und Blicken unabhängig, ist es natürlich auch einen mehr oder weniger kurzen Nap zu machen. Hierbei sollte man sich am besten vorher einen Wecker stellen, um seinen Ausstieg nicht zu verpassen. 😊

Besonders morgens nutzen auch viele andere diese Methode. Von offenen Mündern bis hin zu Handys, die aus der entspannten Hand rutschen, sieht man so einiges.

Mein persönliches Fazit: Die vier letzten Möglichkeiten nutze ich, je nach Menschen um mich herum, immer mal wieder gerne, morgens besonders den Nap. Aber es hängt ja auch davon ab, wer einem gegenüber sitzt: Auch wenn es unhöflich ist, kann sich das Anstarren durchaus auch mal lohnen. 😊

Damit wünsche ich euch eine schöne Restwoche und ein frohes Pendeln!