Siedeln, Kochen, Joggen gehen – Wir-Online-Redakteurin Sandra Dittrich wirft einen Blick darauf, was in Zeiten der Corona-Krise bleibt.Vor weniger als sechs Monaten haben die meisten von uns noch nichts vom Coronavirus gehört. Als die ersten Fälle in China bekannt wurden, hat vermutlich niemand daran gedacht, dass auch die Infektionszahlen in Europa ansteigen werden. Mittlerweile sind auch bereits viele Menschen in Deutschland infiziert und die Bundesregierung hat erhebliche Maßnahmen ergriffen, die wir alle bisher noch nicht erlebt haben. Obwohl uns diese im Alltag stark einschränken, ist es wichtig, dass wir uns alle daran halten, um weitere Infektionen möglichst gering zu halten.

Somit hat sich, wie vermutlich bei allen, mein Alltag doch stark verändert. Vor etwas mehr als einer Woche habe ich noch meine letzte Klausur geschrieben und die Hausarbeit mit meinen Kommilitonen abgegeben. Das dritte Semester war erfolgreich abgeschlossen und ich habe mich darauf gefreut, zwei Wochen frei zu haben und mich mit Freunden zu treffen. Fast von einem Tag auf den anderen hat sich das Leben komplett geändert: Restaurants, die sonst bis 1 Uhr nachts offen hatten, schlossen anfangs bereits um 23 Uhr, da zu wenige Gäste im Lokal waren. Dann schlossen sie ganz und bieten teilweise nur noch Take Away an. Im Freundeskreis haben wir recht früh beschlossen, uns aufgrund der aktuellen Lage und zum Schutz anderer vorerst nicht mehr zu treffen. Stattdessen telefonieren meine Freunde und ich häufiger oder schreiben wie immer über Whatsapp und andere soziale Medien. Trotz des schönen Frühlingswetters verbringe ich die meiste Zeit drinnen, schaue Filme und Serien oder spiele mit meiner Familie Gesellschaftsspiele, wie beispielsweise „Die Siedler von Catan“. Das Schöne daran ist, dass ich wieder mehr Zeit mit meiner Familie verbringe, da mein Bruder und ich uns aufgrund unseres Studiums in unterschiedlichen Städten normalerweise auch nur alle drei Monate sehen. Neben solchen Dingen schätze ich auch alltägliche Tätigkeiten viel mehr als zuvor. Zum Beispiel kann ich  ganz neue und aufwendigere Rezepte ausprobieren, für die ich sonst leider keine Zeit habe. Auch wenn ein Gang ins Fitnessstudio leider nicht mehr möglich ist, versuche ich weiterhin Sport zu machen, indem ich draußen joggen gehe oder zuhause ein paar Übungen mache. Man sieht also, es gibt immer verschiedene Möglichkeiten und Wege, seine Ziele auch so in die Tat umzusetzen. 😉

In einer guten Woche beginnt für uns alle das neue Semester und da sich unsere Hochschule bereits um die Organisation von Online-Lehrveranstaltungen gekümmert hat, glaube ich, dass es in dieser Hinsicht keine Einschränkungen geben wird. Sicherlich ist es ungewohnt, nicht im Hörsaal neben seinen Kommilitonen, sondern zuhause vor dem Computer zu sitzen, aber so ist es dennoch möglich, den Inhalt unseres Moduls zu lernen, ohne, dass das Semester verschoben werden muss. Benötigte Bücher können wir auch fast wie gewohnt in der Bibliothek abholen, mit der Ausnahme, dass wir diese zuvor per Mail beantragen müssen und anschließend abholen können. Somit haben wir zumindest im Hinblick auf unser Studium für die kommende Zeit keine Einschränkungen.

In meinem Fall steht im nächsten Modul „Arbeits- und Organisationspsychologie“ an. Ich habe geplant, die Online-Lehrveranstaltungen hierfür wahrzunehmen und zusätzlich in meinen dafür notwendigen Lektüren nachzulesen. Anschließend werde ich wie gewohnt die Vorlesungen nochmal selbstständig zusammenfassen, sodass sich eigentlich nichts für mich ändert.

Ich denke vielen anderen geht es ähnlich wie mir. Jeder von uns hat sich seine verfügungsfreie Zeit anders vorgestellt, jeder vermisst seine Freunde, Aktivitäten und andere Dinge, die sonst selbstverständlich waren. Dennoch stehen jedem von uns sämtliche Alternativen offen, die uns im Endeffekt doch gar nicht so sehr einschränken, wie wir anfangs vielleicht denken. Am wichtigsten ist im Moment, dass wir alle versuchen gesund zu bleiben und mit unserem Handeln unseren Beitrag dazu zu leisten.