Pascal Durak spielt als Rechtsaußen bei den Eulen Ludwigshafen in der ersten Handball-Bundesliga. Die die Corona-bedingte Trainingspause hat der Spitzensportler genutzt, um in seinem BWL-Studium voranzukommen – und am 1. Oktober startet er in die neue Saison. Wir-Online hat mit ihm über die Herausforderungen der letzten Monate gesprochen.

Pascal Durak, seit dem 22. Juli trainieren die Eulen wieder zweimal täglich. Wie sind für Sie die davor liegenden Monate seit Beginn der Pandemie gelaufen?

Im März wurde relativ schnell entschieden, dass die Runde abgebrochen wird. Plötzlich hatte unser Team zwei Monate frei! Das war natürlich ungewohnt, aber wir haben uns für zu Hause auch Equipment aus der Halle mitgenommen. Später waren wir in Kurzarbeit und haben zweimal die Woche zwei Stunden trainiert. Auch wenn ich ein bisschen zugenommen habe: Meinem Körper hat die Pause  gut getan, ich habe ihn in den letzten zehn Jahren nie geschont! Jetzt aber freuen wir uns alle auf den regulären Trainingsbeginn.

Sie studieren im siebten Semster BWL an der SRH Hochschule Heidelberg. Hat Ihr Studium dann in dieser Zeit von Ihrer Trainingspause profitiert?

Auf jeden Fall! In der Vergangenheit hat immer irgendeine Leistung gelitten. Präsenzstudium und täglich zweimal Training  sind schon hart. Da hat mir Corona schon in die Karten gespielt. Immerhin habe ich auch die Wege und dadurch Zeit gespart, und die Online-Veranstaltungen haben sehr gut geklappt. Ich habe viel geschafft in der Zeit und nun stehen eigentlich nur noch Praktikum und Bachelor-Arbeit an. Ich bin froh, dass ich studiere – so wie es mir mein Papa immer gepredigt hat. Je älter man im Sport wird, desto wichtiger wird ein zweites Standbein.

Was haben Sie in der Anfangszeit der Corona-Krise am meisten vermisst?

Meine Mannschaft. Sie ist ja so etwas wie eine Familie, in normalen Zeiten sehe ich die Jungs mehr als meine Familie. Wir haben Zoom-Treffen gemacht, aber das ersetzt natürlich nicht den realen Kontakt.

Am 1. Oktober startet die Saison wieder. Doch es sind zunächst Spiele vor leeren Rängen – wie wird das wohl?

Wir werden weiter auf einen Teil des Gehaltes verzichten, bis wieder Zuschauer kommen können. Aber das ist gar nicht der schmerzhafte Punkt dabei: Ich kann es mir noch nicht richtig vorstellen, ohne Fans zu spielen, ohne Motivationsrufe oder Applaus. Es werden wohl eher gefühlte Freundschaftsspiele.

Wie sind Ihre Pläne nach dem Bachelor-Abschluss?

Vielleicht mache ich mich mal selbstständig, wer weiß. Aber eigentlich bin ich noch sehr offen für alles, ich schließe auch ein Master-Studium nicht aus.