Am 15. Mai 2018 war der erfolgreiche Crytek Gründer Avni Yerli zu Gast an der Hochschule. Gemeinsam mit ihrem Studiengangsleiter für Virtuelle Realitäten, Daniel Görlich, sorgten rund 120 Studierenden mit ihren Fragen für eine spannende Diskussionsrunde.

Das Thema des Vortrags  war „Games Standort Deutschland – was ist zu tun, was bringt Deutschland voran? Wie müssen sich die Branche und ihr Umfeld ändern, um auch international auf Augenhöhe mitspielen zu können?“ Die Veranstaltung begann mit einer kurzen Vorstellung des Crytek Gründers Avni Yerli. Er erzählte unter anderem, dass es die Überlegung gab, das Unternehmen in die USA zu verlegen. Die familiäre Bindung und viele Freunde in Deutschland führten letztlich aber dazu, weiterhin in Deutschland zu entwickeln.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde gingen die Studierenden unter anderem auf persönliche Erfahrung ein – etwa die Tatsache, dass es sehr schwer ist, direkt nach dem Studium einen Job in der Gaming- Branche zu finden. Yerli bestätigte dies, machte den Studierenden aber auch Mut: In ihrem Alter und direkt nach dem Studium könne es nicht den perfekten Entwickler geben. „Man sollte auf jeden Fall dran bleiben und nicht aufgeben“, so Yerli.

Auf die Frage, ob es sinnvoll sei, einen Job in Deutschland zu suchen, antwortete der Crytek-Gründer: „Alles hat seine Vor- und Nachteile. Viele wollen nach Kalifornieren, jedoch ist die Mentalität dort eine andere, die Fluktuation im Beruf sehr hoch. Viele kommen damit nicht zurecht.“ In Deutschland bestehe ein hoher Bedarf an Spieleentwicklern, auch Unternehmen wie SAP suchten händeringend nach dieser Berufsgruppe, so Yerli.

Zudem kam die Frage auf, ob die VR-Technologie in Zukunft eine wichtige Rolle in der Gaming- Branche spielen werde. Avni Yerli lehnte dies ab, Virtual Reality sei kein treibender Faktor in der Gaming-Branche. „Es wird erst eine größere Rolle spielen, wenn die Technologie mobiler wird, man dies auch im Zug oder Bus spielen kann“, so Yerli. Außerdem seien die Kosten aktuell zu hoch, um einen größeren Kundenkreis zu finden.

Avni Yerli beantwortete im Laufe der Veranstaltung alle aufkommenden Fragen. Themen wie Finanzierungsmodelle und fehlerbehaftete Spiele nach Release wurden angesprochen und Gründe dafür diskutiert. Auch über Early Access, einem Finanzierungsmodell, bei dem Konsumenten für ein Computerspiel in einem frühen Entwicklungsstadium bezahlen, das spielbar, aber noch nicht fertiggestellt ist, wurde diskutiert.