Viele Studierende sind auf Nebenjobs angewiesen, mit denen sie sich ihr Studium finanzieren. Wir-Online-Redakteurin Charlotte Graf berichtet von drei Beispielen.

Niemand hätte es ahnen können. Noch vor einem Jahr konnten wir uns nicht vorstellen, Kontaktverbot oder Ausgangssperre verordnet zu bekommen. Viele Menschen verlieren ihre Jobs. Auch Studierende sind auf ihre Neben- oder Ferienjobs angewiesen, um sich ihren Unterhalt finanzieren zu können. Einige haben unfreiwillig mehr Zeit, weil der Nebenjob in der Gastronomie oder im Einzelhandel ausfällt.

Das Corona – Virus hat den meisten Menschen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch den anfänglichen Lockdown gerieten viele Studierende in finanzielle Notlagen. Auch viele Reisepläne hat das Virus zunichte gemacht.

Tourabsage
Nikola Podvezanec (drittes Semester Medien- und Kommunikationsmanagement) hätte dank seines Videoproduktionsgewerbes paxent productions mit dem Bodybuilder Mike Sommerfeld auf Tour gehen sollen. Seine Aufgabe wäre es gewesen, ihn rund um die Uhr zu filmen, während er auf der Bühne seine Muskeln präsentiert und sich dabei seinen anderen Konkurrenten stellt. Zwei Wochen Puerto Rico und eine Woche New York. Dafür hätte er keinen Cent ausgeben müssen und wäre zudem noch bezahlt worden. Alles war geplant, Tickets gebucht und dann der Anruf…. Wird es nun eine Alternative geben? Wird der geplatzte Wettkampf nochmals zustande kommen? Fragen, auf die Nikola Podvezanec bislang noch keine Antwort hat.

Einkaufen für die Risikogruppe
Auch Katha (Psychologie, drittes Semester) hat finanziell zu kämpfen. Sie ist wie viele andere Studierende auf einen Nebenjob angewiesen, da sie sich ihr Studium selbst finanziert. Zusätzlich zu dem Bafög Geld jobbt sie seit Beginn des Semesters als Aushilfe in einer Gastronomie in Heidelberg. Doch Mitte März musste auch dieses Restaurant schließen. Kein Job – kein Geld – keine Möglichkeit, ihr Studium zu finanzieren. Panisch hat Paula schnellstmöglich nach einem weiteren 450€ Job gesucht. Dank ihres besten Freundes arbeitet sie jetzt bei Edeka. Als Koordinatorin des Kundenkommssionsgeschäftes erledigt Paula den Einkauf für ältere Leute, damit die Risikogruppe der Corona – Virus – Gefahr nicht ausgesetzt ist. „Es ist mir einfach zu unsicher, dass vielleicht eine zweite Welle kommen könnte und ich wieder in der Gastronomie mit dem Geld auf null stehe“, befürchtet die SRH – Studentin. Daher bleibt sie trotz der Wiedereröffnung des Restaurants sicherheitshalber im Lebensmittelhandel angestellt.

Endlich wieder Geld verdienen
Paula, Psychologiestudentin im dritten Semester, arbeitet seit Oktober letzten Jahres als studentische Aushilfe im Einzelhandel bei Scotch & Soda. Ihr Vertrag war anfangs bis April befristet, doch ihr Chef wollte diesen verlängern. Das Virus machte allen Einzelhändlern das Leben schwer, da für mehrere Wochen alle schließen mussten. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens wurden einige Mitarbeiter entlassen. Darunter auch Paula. „Das war sehr ärgerlich. Durch die Studiengebühren und den Studienkredit, den ich deshalb aufgenommen habe, plus Wohnung bin ich auf die 450€ Einkommen im Monat angewiesen“, berichtet sie sehr enttäuscht.


Da ihr Chef sie allerdings unbedingt wiedereinstellen wollte, schaute sie sich bislang nicht weiter nach einem anderen Job um. Außerdem war ihr nicht wohl bei dem Gedanken, in einem Supermarkt zu jobben und sich der Ansteckungsgefahr auszusetzen. In den letzten drei Monaten gab es keine Alternative, sie war in einem „Schwebezustand“, erzählt sie. Das Geld reicht ihr noch aus, um über die Runden zu kommen. Auch ihre Eltern unterstützen sie während dieser Krise. Obwohl die Corona – Pandemie es weitestgehend verhinderte Geld auszugeben, war sie finanziell sehr stark davon betroffen. Glücklicherweise hat Paula seit diesem Monat wieder einen Vertrag bei Scotch & Soda bekommen. „Das Unternehmen darf wieder Leute einstellen. Was natürlich super schön ist, weil ich wieder Geld verdienen kann. Allerdings war ich zu der Zeit sehr enttäuscht und auch sauer.“

Mittlerweile haben zumindest einige Geschäfte wieder geöffnet, allerdings scheint es nach wie vor für Studierende schwierig zu sein, Neben- oder auch Sommerjobs antreten zu können. Trotz vieler Job – Ausfälle haben zumindest diese drei SRH Studenten eine Alternative gefunden und sind damit glücklich.

Tipps für erfolgreiche Jobsuche

Tipp 1: Lass dich von Arbeitgebern finden
Hierbei ist es von Vorteil, dir einen LinkedIn oder XING Profil zu erstellen. Dort werden heutzutage die meisten Geschäftskontakte geknüpft. Arbeitgeber finden dich und du findest das für dich beste Unternehmen.

Tipp 2: Bau dir ein Netzwerk auf!
Das Wichtigste: Menschen, die dich kennen und dir helfen können, deine Karriere voranzubringen.

Tipp 3: Versteckte Jobangebote
Viele Stellen werden gar nicht mehr öffentlich ausgeschrieben. Die meisten Jobs findest du unter anderem über persönliche oder berufliche Kontakte. Daher ist dein Netzwerk umso wichtiger.

Tipp 4: Bleib immer du selbst!
Es bringt nichts, sich zu verstellen. Spätestens wenn du den Job ergatterst, wird dein Arbeitgeber sehen, wie du wirklich bist. Daher sei lieber von Anfang an authentisch und echt.

Einige Websites für Jobsuchen: