Bei der Fachtagung „Soziale Stadtentwicklung und Quartiersarbeit“ am 7. Juni an der SRH Hochschule Heidelberg diskutierten die 70 Teilnehmer aus ganz Deutschland über Konzepte für die Zukunft, die der Digitalisierung, der Zuwanderung und der demografischen Entwicklung Rechnung tragen. 

Wie entwickelt man eine Stadt sozial weiter? Quartiersarbeit ist ein wichtiger Beitrag der Städteentwicklung und beschäftigt Architekten, Sozialarbeiter, Verbände und Verwaltungseinheiten. Mit diesem Thema setzten sich nun auch die Teilnehmer der Fachtagung an der SRH Hochschule Heidelberg auseinander.

Die Vorbereitungsgruppe für die Fachtagung Stadtteilentwicklung und Quartiersarbeit: Birgit Grün (Caritasverband Heidelberg), Stefan Möhrke (GBG Mannheim), Peter Hoffmann (Stadt Heidelberg) und Prof. Dr. Martin Albert (SRH Hochschule Heidelberg).

„Es ist eine sehr erfolgreiche Tagung“, freute sich Prof. Dr. Martin Albert von der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften bereits zu Anfang der Tagung – die angeregten Diskussionen auch in den Pausen bezeugten dies. Im Fokus standen nicht nur aktuelle Projekte in und um Heidelberg herum, sondern auch aus Mainz oder Bochum: So stellte Prof. Dr. Rolf Heinze von der Ruhr-Universität Bochum  fest, dass die Quartiersarbeit hier sehr weit fortgeschritten sei: „Im Ruhrgebiet gibt es viel weniger Aufgeschlossenheit für Themen im Sozialraum, der kooperativ organisiert ist.“ Deutschland stünde allgemein vor dem Problem der „unglaublichen Ausdifferenzierung, Segmentierung und Bürokratisierung – es besteht eine Neigung zum Silodenken.“ Die Kommunen werden häufig mit den Problemen des demografischen Wandels allein gelassen, hielt Heinze fest: „Nur 11% der Menschen jenseits der 80 Jahre leben in Heimen. Deshalb müssen wir die Lebensqualität in den Quartieren verbessern.“ Darüber waren sich alle Teilnehmer der Tagung einig, die sich rege über ihre Projekte austauschten – ein Austausch, der für neue Kooperationen sorgte und die Quartiersarbeit damit wieder ein Stück voran brachte.

Auch für Prof. Dr. Martin Albert war die Tagung ein Erfolg, wie er erklärt: „Es ist im Rahmen dieses Fachtages gelungen, die verschiedenen Akteure von sozialer Stadtentwicklung zu vernetzen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Die Diskussionsbeiträge der Fachpersonen haben bestätigt, dass das Zusammenleben von Menschen durch Maßnahmen einer nachhaltigen Quartiersarbeit maßgeblich verbessert werden kann. Es wurde von allen Teilnehmern angeregt, eine weitere Tagung im nächsten Jahr durchzuführen.“ Martin Alberts Forschungsprojekt über die Quartiersarbeit in Mannheim wurde kürzlich auch im Mannheimer Morgen thematisiert.

Prof. Dr. Rolf Heinze von der Ruhr-Universität Bochum ging auf „Soziologische Annäherungen, politische Hoffnungen und realistische Erwartungen“ an das Quartier ein.