In seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltungsreihe Talk im Turm ging Prof. Dr. Andreas Suchanek der Frage nach, weshalb ethisches Handeln im Eigeninteresse von Unternehmen sein sollte. 

Ist Ethik Luxus? Prof. Dr. Andreas Suchanek konfrontierte das Publikum an der SRH Hochschule Heidelberg zu Beginn mit einer Frage, mit der er als Unternehmensethiker oft konfrontiert wird und stellte fest: „Moral hat in der öffentlichen Wahrnehmung mit Kosten zu tun, mit Zumutung, mit Opfern.“ Warum ethisches Handeln für Unternehmen, die auf Gewinnmaximierung angewiesen sind, trotzdem im Eigeninteresse sein sollte, brachte Suchanek in seinem Vortrag auf den Punkt.

Zunächst definierte er den Ethik-Begriff aus seiner Sichtweise: Ethik sei die Grundlage der Gesellschaft schlechthin, sagte er. Es ginge nicht nur darum, dem anderen durch das eigene Handeln keinen Schaden zuzufügen; Verantwortliches Handeln könne die Zusammenarbeit auch auf ein anderes Niveau heben, zum Vorteil aller Seiten

Das Problem seien jedoch die Opportunitätskosten, so Suchanek weiter. Kosten müssen deshalb in Investitionen umgewandelt werden. „Ein Unternehmen wird nur auf Gewinne verzichten, wenn es darin eine vernünftige Investition in die Zukunft sieht“, erklärte Suchanek. Der wichtigste Punkt dabei sei das Vertrauen. „Vertrauen ist das, worauf es ankommt, um nachhaltig Geschäfte zu machen“, ist Suchanek überzeugt.

Seine Forschungsergebnisse fasste er in einer goldenen Regel zusammen: „Investiere in die Bedingungen der gesellschaftlichen Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil.“

Großes Lob für den Vortrag kam von Prof. Dr. Knut Eming von der Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften, der mit im Publikum saß. Suchanek habe die ethischen Termini so umformuliert, dass sie im Alltag anwendbar seien und damit einen wichtigen Beitrag zur Unternehmensethik geleistet, sagte er.