Sie hilft bei Motivationstiefs, Leistungsproblemen, Prüfungsangst oder Lernschwierigkeiten: Prof. Dr. Susanne Edinger hat schon über 1.000 Coaching-Sitzungen durchgeführt, allein 700 davon an der SRH Hochschule Heidelberg. Zwei Studierende berichten.

Außenstehende haben ihr die Nervosität gar nicht angemerkt, aber Linda* war vor jeder Präsentation ein kleines Nervenbündel. Als Studentin an der School of Engineering and Architecture musste sie im letzten Jahr ein Softskill-Portfolio erstellen. Hier wurden ihr ihre Stärken und Schwächen richtig bewusst, wie sie erzählt: „Ich habe schon vor dem Studium gearbeitet und kam mit der Work-Life-Balance nicht zurecht. Ich habe einfach Schwierigkeiten abzuschalten und hasse es mich zu langweilen. Also arbeite oder lerne ich oft bis spät abends.“ Dass sie nach allabendlich kreisenden Gedanken und daraus resultierender Schlaflosigkeit nervös war, wenn sie vor Gruppen präsentieren musste, ist kein Wunder. Zugleich sieht sie sich aber eben auch als hochmotiviert, eine positive Eigenschaft: „Wenn ich etwas anfange, ziehe ich es auch durch.“ Also ging sie ihr Problem aktiv an: Sie nutzte das Coaching-Angebot von Prof. Dr. Susanne Edinger. Drei Sitzungen sind für Studierende der SRH Hochschule Heidelberg kostenlos.

Den Streber ins Bett schicken

Ihr Coaching fiel genau in den ersten Lockdown. Doch das war kein Problem: Die Sitzung fand online statt. „Es war genau der richtige Zeitpunkt“, erzählt Linda. Schließlich ging der ganze Alltag im April 2020 in den Online-Modus und stellte durch die permanente Erreichbarkeit und Lernmöglichkeiten rund um die Uhr neue Herausforderungen an die Work-Life-Balance. Bereits eine Sitzung war der Studentin eine große Hilfe. Mit Hilfe der App Wingwave arbeitete sie mit Susanne Edinger an ihrer Schwierigkeit. „Es ist gut und wichtig, mir meine Abschaltzeiten zu gönnen.“ Diesen Satz sprach sie in die App ein, hinterlegte sie mit Musik und hörte ihn sich häufig in einer Dauerschleife an – die Beine dabei hochgelegt. Visualisierung ist ein weiterer Trick, mit dem sich Linda und Susanne Edinger die Work-Life-Balance vorknöpften: Ein guter Engel, von Linda als Fauli bezeichnet, sitzt auf der einen Schulter, ein böses Teufelchen, Streber, auf der anderen. „Ich denke oft noch an die zwei und stelle mir vor, wie ich Streber ins Bett schicke und mit Fauli länger wach bleibe“, lacht Linda heute. Jetzt geht sie abends häufig spazieren, achtet auf sich selbst und kann abschalten. Die Nervosität ist maximal zu einem kleinen Lampenfieber geschrumpft – der Teufelskreislauf ist gebrochen. Linda empfiehlt das Coaching jedem Studierenden:

„Man hat immer Themen, die man optimieren kann. Das Coaching bietet einen tollen Denkanstoß und durch die herzliche offene Art von Frau Edinger habe ich mich sehr wohl dabei gefühlt.“

Linda*

Wenn der Kopf raucht und die PS nicht auf den Boden kommen

Klaus* hat ein anderes Problem – seine übermäßig hohe Anspruchshaltung an sich selbst, die ihn dauerhaft unter Strom setzt. Ausschlaggebend für das Coaching war die erste Klausur des BWL-Studenten an der SRH Hochschule Heidelberg: „Ich hatte wahnsinnig viel dafür gelernt. Ich weiß, andere lachen darüber, aber die Note 2,4 hat mich dann doch sehr enttäuscht“, gibt Klaus zu. Eigentlich kommt ihm das CORE-Prinzip entgegen: „Ich bin kein Bulimie-Lerner. Lieber lerne ich jeden Tag zwei bis drei Stunden als zu Ende eines Semesters Stoff von sechs Monaten.“ Und doch gönne er sich zu wenig Pausen: „Ich setze mich selbst sehr unter Druck. Ich habe zu viel Motivation, mein Kopf raucht ständig. Ich kriege meine PS nicht auf den Boden. Dieses Gefühl wollte ich bremsen.“

Auf der Webseite der Hochschule stieß er auf das Coachingangebot von Prof. Susanne Edinger. Auch Klaus gab hier seinem Problem erst einmal einen Namen: „Richard lief immer vor mir und machte mir Vorhaltungen, dass ich noch mehr lernen müsste. Felix lief hinter mir und befahl mir, mir mal eine Pause zu gönnen. Im Coaching habe ich gelernt, mich öfter mal zu Felix umzudrehen.“ Allerdings weiß er auch: „Wenn ich auf Felix hören und nur Päuschen machen würde, würde es mir nicht gut gehen.“ Mit diesem Trick, aber auch mit Entspannungsmusik vor und nach dem Lernen, mit neuen Lernmethoden, die das ausführliche Ausformulieren des Lernstoffes verkürzen und visualisieren, hat er es nach zwei Sitzungen geschafft:

„In meiner ersten Klausur nach dem Coaching hatte ich eine 1,2, da war ich schon stolz! Ich habe die Tipps in meinen Alltag integriert und lerne jetzt ganz anders. Auch die Schlafprobleme haben sich dadurch erledigt.“

Klaus*

Jeder Coachee ist anders

Prof. Susanne Edinger schätzt die Zusammenarbeit mit den Studierenden sehr:

„Jeder Coachee ist anders und kommt mit seinem eigenen Päckchen zu mir. Für jeden erarbeiten wir eine individuelle Lösung. Das ist sehr spannend – auch ich lerne dabei ständig dazu!“

Prof. Dr. Susanne Edinger, Coaching-Expertin

Zunächst sei es immer wichtig, das Problem greifbar zu machen. „Dann kann man es besser anfassen“, bringt es Susanne Edinger auf den Punkt. „Wingwave oder die Arbeit mit „Inneren Anteilen“ sind nur zwei Beispiele für Methoden, die ich für die Arbeit mit den Studierenden nutze. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, jedes individuelle Problem in Angriff zu nehmen.“

Der Umstieg von Sitzungen in Präsenz auf den Online-Modus habe sehr gut geklappt und auch Vorteile gehabt. „Aber jetzt darf ich Präsenz und Online passend mischen und meine Coachees auch wieder persönlich und in 3D sehen“,  lacht die Coaching-Expertin.

Und für alle Interessierten hat Susanne Edinger dazu noch eine Menge Lerntipps auf Lager.