Vielleicht lernen auch Sie mit Karteikarten? Das heißt, Sie schreiben alles Wichtige auf Karteikarten und lernen es dann auswendig. Prof. Dr. Susanne Edinger gibt Tipps, wie man die Übersicht behält!

Aber Vorsicht: Wenn Sie Pech haben, sind es hinterher 300 Karteikarten! Häufig sind diese Karteikarten schön säuberlich beschrieben, in kleiner Schrift, vielleicht noch in verschiedenen Farben. Und: meistens sind sie zu voll! Wenn ich im Coaching einen Blick auf diese Karteikarten werfe, denke ich: „Das ist ja völlig unübersichtlich.“

Ihr Gehirn denkt das auch – es sucht nämlich lieber nach Mustern. Das bedeutet, Ihr Gehirn sucht nach Schemata, nach Anknüpfungspunkten, nach Dingen, in die es etwas einordnen kann. Es sucht gewissermaßen nach Regalfächern. Und ihrem Hirn hilft es, wenn es diese Fächer sieht und die Zusammenhänge herstellen kann.

Probieren Sie es daher mal mit dem „grafischen Notieren“!

Grafisches Notieren sieht ein bisschen aus wie ein Flussdiagramm. Das heißt, Sie arbeiten mit Kästchen, vielleicht mit Kreisen, dazwischen auch mit Symbolen, mit Klammern, mit Pfeilen für Gegensätze, mit Ausrufungszeichen für wichtige Dinge, mit Pfeilen nach rechts für die Weiterführung, mit Pfeilen nach oben, die sagen „Damit hat es zu tun“.

Und wichtig: Es muss nicht alles wissenschaftlich korrekt ausformuliert sein, sondern nur so, dass Sie es behalten können. In der Prüfung können Sie dann selbst gute Sätze daraus bilden.

Wenn Sie es schaffen, einen Themenbereich Ihres Lernstoffes in einem solchen Diagramm auf einer DIN A 4-Seite darzustellen, wird Ihr Hirn es sehr viel leichter haben, sich zu erinnern. Denn: um grafisch zu notieren, müssen Sie die Zusammenhänge verstanden haben. Das ist schon die halbe Miete beim Lernen.