In einem Vortrag am Campus Calw der SRH Hochschule Heidelberg plädierte Dr. Sabrina Weithmann aus München dafür, die chinesische Wirtschaftsexpansion nicht zu unterschätzen.

Am 24. April 2018 begrüßte der akademische Leiter des Campus Calw, Prof. Dr. Stephan Schöning, in der gemeinsam von der SRH Heidelberg Campus Calw und der Volkshochschule Calw veranstalteten Vortragsreihe zu Politik und Zeitgeschehen Dr. Sabrina Weithmann aus München. Die promovierte Wirtschaftssinologin referierte zum Thema „China lacht, Deutschland weint? – Innovationsimpulse made in China“ zu den aktuellen Entwicklungen der Wirtschaftsmacht China im globalen Wettbewerb.

Einführend zeigte Frau Dr. Weithmann anschaulich auf, dass wir über die Medien nur spärlich Informationen aus China erhalten, verglichen etwa mit Informationen aus den USA. Zudem seien nicht alle richtig: Zum Beispiel sei es falsch, dass Gewinne in China dort gänzlich reinvestiert werden müssen. „Tatsächlich ist lediglich eine Reinvestition nötig, wenn ein Unternehmen in den Genuss von Steuerfreiheit kommen will.“ Insgesamt plädierte die Referentin dafür, die chinesische Wirtschaftsexpansion keinesfalls zu unterschätzen: „China hat zehn Schlüsselbereiche definiert, in denen es bis 2025 Weltmarktführer sein will.“ Und das sind nicht nur Pläne: „Die Solarindustrie ist eine Branche, die verdeutlicht, wie wichtig es ist, den Umgang mit China zu lernen.“ Insgesamt habe sich die Welthandelsordnung verändert: „Der globale Zweiklang USA – Europa ist abgelöst durch einen Dreiklang USA – Europa – China“, nur mit der Besonderheit, dass China ein anderes Wertesystem hat. Das machte Fortschritte in Bereichen wie Biotechnologie oder Gentechnik deutlich einfacher. Gleichzeitig müsse sich Europa auch auf seine Stärken wie Rechtssicherheit und Vielfalt besinnen. Im Umgang mit China sei es nötig, den längeren Planungshorizont zu berücksichtigen. „Langfristiges Denken ist ein Merkmal Chinas: Es wird nicht für fünf Jahre, sondern für 15 bis 50 Jahre geplant“, so Dr. Weithmann. Grundsätzlich sei daher ein neues Wirtschaftsdenken erforderlich, anstelle der Vorstellung, dass sich China an uns anpasst.

Eine lebhafte Diskussion schloss den interessanten Vortragsabend ab.