Die BWL-Studentin Nadine Vordenbäumen verfasste im vergangenen Jahr ihre Bachelor-Thesis und gewann damit den VPH-Förderpreis. Thema? „The Impact of Digitalization on Traditional Retail“. Wir-Online-Redakteurin Leonie Wagner berichtet über eine Studie am Zahn der Zeit, die das Einkaufsverhalten in der Heidelberger Stadtmitte in den Fokus stellte.

Der VPH, Verband der Privaten Hochschulen e.V., verleiht jedes Jahr Förderpreise für besonders hervorragende Arbeiten. Zum Thema „Digitalisierung als Motor des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels“ entschied sich die Jury für die Bachelor-Thesis von Nadine Vordenbäumen.

Warum? Die Studie befindet sich am Zahn der Zeit und behandelt wichtige, zukunftsorientierte Aspekte. Auch der zuständige Betreuer, Herr Prof. Dr. Laurence Welford, ist begeistert von dieser Leistung. Er betont die „außerordentliche Detailgenauigkeit“  und wie hervorragend die Präsentation der herausdestillierten Ergebnisse war. Dabei lobt er sehr die kritische Beleuchtung. Prof. Dr. Laurence Welford durfte ihr auch die frohe Botschaft des Gewinns überbringen.

Selten spürten wir die Wichtigkeit und Vorzüge der Digitalisierung mehr als in der Corona-Pandemie. Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. Die Digitalisierung verändert unter anderem auch unser Konsumverhalten. Inwiefern die traditionellen Einkaufsgeschäfte der Heidelberger Stadtmitte davon betroffen sind und was die Digitalisierung mit unserem Kaufverhalten anstellt, hat Nadine Vordenbäumen in ihrer Thesis genauer untersucht. Prof. Dr. Laurence Welford fasst den Hintergrund der Studie kurz zusammen: „Im Einzelhandel ist ein stetiger Wandel hin zum E-Retail zu beobachten, der durch die Fortschritte der digitalen Technologien und den damit einhergehenden Veränderungen im Verbraucherverhalten vorangetrieben wird. Dementsprechend hat sich die Einzelhandelslandschaft der traditionellen und stationären Geschäfte stark verändert.“

Wer kauft traditionell offline und warum, und in welchem Ausmaß beeinflusst die Onlineshopping-Gesellschaft nun den stationären Handel? Nadines Forschung basiert auf zwei arbeitsintensiven Projekten mit über 100 Interviews mit betroffenen Einzelhändlern und Analyse des Konsumverhaltens anhand von Fragebögen. „Die Ergebnisse zeigten, wie sich die Einzelhandelslandschaft im High-Street-Bereich in den letzten 10 Jahren verschoben hat“, erklärt Prof. Dr. Laurence Welford.

Obwohl es sich als eine besondere Herausforderung darstellte, an genaue Daten der Geschäftsinhaber zu kommen, gelingt es Nadine Vordenbäumen dieses Projekt erfolgreich durchzusetzen, indem sie zum Teil auch eigene Recherchen anstellte. Dieser Einsatz zahlt sich aus. Sie erhält mit ihrer Thesis zusätzlich den SRH Bachelor-Preis 2020 – eine Auszeichnung, die als exzellentes Lob eine große Anerkennung bedeutet.

„Die Studie spiegelt für mich etwas Aktuelles, Bedeutungsvolles und Interessantes wider. Daher bin ich sehr stolz und freut es mich sehr, dass die Studie so bewertet wurde. Es zeigt mir, dass sich die harte Arbeit gelohnt hat und motiviert mich gleichzeitig weiter in dieses Thema reinzuschauen“, so Nadine Vordenbäumen. Diese Motivation kommt gerade richtig, denn voraussichtlich wird das Projekt auch zukünftig noch weitergeführt werden. Wie in so vielen Bereichen, hängt auch dieses Vorhaben aktuell noch von der Corona-Pandemie ab. In Planung ist, die Hauptstraße sowie die Plöck und alle dazu gehörigen Seitenstraßen in die Studie mit aufzunehmen, um sich noch ein spezifischeres Bild machen zu können. Außerdem soll die Umfrage zum Einkaufsverhalten neu erstellt und in einem größeren Ausmaß aufgezogen werden. Ziel ist es, möglichst konkrete Zahlen für noch genauere Einblicke zu erheben.

Eins steht jedoch jetzt schon fest: Nadine Vordenbäumen hat bewiesen, dass das Potential dieser Thematik enorm ist. Aktuell studiert sie International Management & Leadership im Master. Das Preisgeld der VPH wird sie dabei finanziell unterstützen.