Dr. Peter Misch, Dozent an der Fakultät für Information, Medien und Design, ist einer von 75.000 berechtigten deutschen Funkamateuren. Sein Rufzeichen ist DF5IN.

„Ich kam zum Amateurfunk durch meinen Vater, der schon als junger Mann in den Dreißigerjahren begeisterter Amateurfunker war. Seine Leidenschaft rettete ihm im Zweiten Weltkrieg das Leben: Da er Radios reparieren konnte, wurde er als Gefangener in Stalingrad gebraucht und kehrte nach sieben Jahren zurück in seine Heimat. Wir hatten direkt an unserem Esstisch Großradiogeräte.

Die Technik dahinter hat mich schon als kleines Kind fasziniert. Mit zwölf Jahren fing ich an, meine ersten Radios selbst zu bauen. Mitte 20 habe ich meine Prüfung zum Amateurfunker abgelegt. Die Vorbereitung dauerte etwa ein Jahr: Neben technischen Kenntnissen musste ich mir auch rechtliches Wissen zum Amateurfunkgesetz aneignen. Ich nutze fast ausschließlich die Morse-Telegraphie. Noch heute baue ich viele meiner Geräte selbst. Es hat etwas Magisches für mich, dass man beim Amateurfunk naturgegebene Mechanismen zur Ausbreitung von Funkwellen über den ganzen Globus benutzen kann, um Informationen auszutauschen – und zwar auf ganz persönlicher Basis. Obwohl man manchmal nur Namen, Standort und Amateurfunkanlage preisgibt, ist man miteinander verbunden. Man sieht die Technologie nicht, man hört sie nicht, aber sie ist da.“