Ein Musikvideo wird zur Prüfung: Wie Marvin Schrank, Student des Medien- und Kommunikationsmanagements, mit einem Hit das Modul „Die Produktionsfirma“ abschloss.

Fünf Wochen lang ein Thema, dann eine Prüfung: Diesen Rhythmus kennen die Studierenden an der SRH Hochschule Heidelberg seit ihrem Studienbeginn. Und Corona hat diesen Rhythmus nicht geändert, lediglich die Prüfungen wurden angepasst, um die geltenden Maßnahmen umsetzen zu können. So auch im Modul „Die Produktionsfirma“ im Studiengang Medien- und Kommunikationsmanagement: Die Produktion eines kurzen Filmes musste eben von zu Hause aus einzeln erarbeitet werden, nicht wie sonst üblich in Kleingruppen. Marvin Schrank dachte sich dafür etwas ganz besonderes aus: ein Musikvideo.

Schon seit er 12 Jahre alt ist, schreibt Marvin Texte und coacht sich selbst. Aufgewachsen am Chiemsee, wollte der heute 20-jährige Student nach seinem Fach-Abi eigentlich etwas Soziales machen. Nach einem Jahr Erfahrung in einer heilpädagogischen Einrichtung stellte er fest, dass der soziale Beruf doch nichts für ihn ist. Er entschied sich für ein Studium an einer privaten Hochschule, wo es nicht auf den NC, sondern auf die persönliche Eignung ankommt. Im Oktober 2019 startete er mit dem Studiengang Medien- und Kommunikationsmanagement. „Als Filmfan und Musikliebhaber möchte ich die Welt dahinter kennen lernen“, erklärt Marvin. „Gerade für das Fach Medien war mir auch eine gute technische Ausstattung der Hochschule wichtig.“

An der SRH Hochschule Heidelberg lernt er die Medienwelt von allen Seiten kennen. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie auch verstärkt von der digitalen Seite: Die Lehrveranstaltungen wurden zeitweise ganz in den digitalen Raum verlegt. „Selbstorganisation und -studium waren hier schon vorher gefragt. Klar, man sitzt nun einsam im Kämmerlein, aber man kann von überall aus arbeiten. Auch die Dozenten waren dahinter, dass technisch alles läuft.“ Es sei eben „eine andere Art zu lernen“.

Aufgabe des Moduls „Die Produktionsfirma“ war, sich in einem 3- bis 5-minütigen Film mit dem aktuellen Thema Corona zu beschäftigen. Die Produktion des Musikvideos „Kein Wort“ war ganz schön anstrengend,  gibt der Student zu. „Es waren fünf Wochen voller Arbeit von Anfang bis Ende. Sogar am Abgabetag waren wir noch in der Produktion.“ Seine beiden Mitbewohnerinnen Corinna Gaube und Charlotte Stephan schauspielerten, Janine Kalbrunner sang den Refrain ein und sein Freund Nikola Podvezanec half mit seiner Filmproduktions-Firma paxent production. Zwei Tage lang war das Wohnzimmer in ein Set verwandelt.

Das Musikvideo zeigt Marvin als Hauptfigur, die die Corona-Krise zunächst leichtfertig abtut und Verschwörungstheorien anhängt. „Wieso zur Hölle sollen wir jetzt daheim bleiben, hä? Will da etwa jemand was geheim halten?“, rappt der Künstler durchaus überzeugend für jemanden, der von sich selbst sagt, dass Schauspielerei nicht seins sei. Schließlich erkrankt die Filmfigur selbst an einem „harmlosen Schnupfen“ und bricht zusammen. Über dem gesamten Rap hängt eine feine Ironie, die sich am Ende als Karikatur der Verschwörungstheoretiker entlarvt. „Ich habe in der Corona-Zeit so viele üble Verschwörungstheorien mitbekommen und mich so geärgert, dass ich mich darüber lustig machen wollte“, erklärt der Rapper und zuckt dann mit den Schultern: „Manche nehmen meinen Text wörtlich. Die haben Rap noch nicht verstanden.“ Inzwischen hat der Student den Song auch auf verschiedenen Streamingdiensten hochgeladen. Im Modul „Die Produktionsfirma“ wollte Marvin perfekt sein. Und dies ist ihm mit dem Musikvideo gelungen – Note: sehr gut. So will er weiter musikalisch aktiv bleiben, mehr selbst produzieren und „dann mal schauen, was damit passiert.“