Seit dem 1. November 2021 ist er wieder bei uns an der Hochschule: Prof. Dr. Marco Warth unterrichtet Psychologie und Musiktherapie an der Fakultät für Therapiewissenschaften. Über seinen Neustart sprach er mit Laura Meyer und Manuel Straßer.

Laura Meyer und Manuel Straßer studieren Musiktherapie an unserer Hochschule. Sie haben mit ihm über seinen Schwerpunkt Palliativversorgung gesprochen und gefragt, was er an der SRH Hochschule Heidelberg schätzt.

Herr Prof Warth, herzlich willkommen zurück an der Hochschule, an der Sie Klinische Psychologie unterrichten. Wie sind Sie denn zur Musiktherapie gekommen und was ist dabei Ihr Spezialgebiet?

Nach meinem Psychologie-Diplom in Mannheim habe ich etwas gesucht, das zu mir passt und wo ich mein Hobby, die Musik, mit der Psychologie verbinden kann: So bin ich auf den Master Musiktherapie an der SRH Hochschule Heidelberg gestoßen. Hier konnte ich in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg ein Forschungsprojekt zur Wirksamkeit von Musiktherapie in der Palliativversorgung aufbauen. Auch heute noch ist die die psychosoziale Palliativversorgung – und dabei insbesondere die Wirkung von Musik und Musiktherapie am Lebensende – mein Schwerpunkt. In der Palliativversorgung befinden sich vor allem körperlich Schwerstkranke und Sterbende, zum Beispiel auf Palliativstationen oder in Hospizen. Dort können sich unterschiedliche Probleme stellen, die man mit Musiktherapie bearbeiten kann. Das finde ich sehr spannend!

Da standen Ihnen sicherlich viele Türen offen. Warum haben Sie sich nun für die SRH entschieden?

Das Gute ist, dass ich die SRH schon kannte, sowohl als Student als auch als Mitarbeiter. Das ist nun meine zweite Phase als Mitarbeiter und ich wusste somit, was auf mich zukommt und worauf ich mich freuen kann. Hier kann ich das Kollegium und das Team nennen, aber auch den schönen und direkten Kontakt zu den Studierenden. Das ist anders als an manchen Universitäten, wo man mehr Distanz auch im Rahmen von Frontalunterricht hat. Ich finde es sehr schön, dass man hier innerhalb sehr flacher Hierarchien arbeiten kann und in den kleinen Lehrformaten im engen Austausch mit den Studierenden steht. Das macht Spaß!

Sie sind jetzt bereits seit September Dozent an der SRH. Was war denn bisher Ihr schönstes Lehrerlebnis hier?

Ich genieße es vor allem wie gesagt, wenn viel Austausch zwischen Dozenten und Studierenden stattfindet. Da entwickelt sich immer eine gute Dynamik. Ich mag es mittlerweile gar nicht mehr, mich vorne hinzustellen und etwas runterzubeten. Wenn ich aktuell Vorlesungen unterrichte, sind diese meistens sehr interaktiv, ich kann Diskussionsrunden einbauen. Das ist kein eindimensionaler Prozess, sondern aus der Interaktion entwickelt sich ein viel lebhafterer Raum.

Aus Studierendenperspektive kann ich bestätigen, das genau das uns auch viel mehr Spaß macht. Was genau motiviert Sie bei Ihrer Arbeit?

Der enge Kontakt und der Austausch einerseits, andererseits das Thema der Musiktherapie, das mir natürlich am Herzen liegt. Die SRH Hochschule Heidelberg ist bis heute einer der am besten aufgestellten Standorte in der akademischen Ausbildung von Musiktherapeut:innen. Ich bin froh und stolz drüber, ein Teil davon zu sein und daran mitwirken zu dürfen und somit auch die Leute ausbilden zu können, die später mit diesem tollen Therapieverfahren arbeiten werden. Das ist ein großer motivierender Faktor.

Wenn Sie nicht mit der Ausbildung beschäftigt und nicht an der SRH tätig sind: Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Wenn ich wirklich Freizeit hätte, würde ich meinen Hobbys nachgehen: Gitarre spielen, Musizieren in Bands, Joggen gehen, Fußball spielen.

Tatsächlich habe ich aber zwei Kinder im Alter von 5 und 1. Von daher dreht sich ganz viel um die beiden Kinder, wenn ich nicht am Arbeiten bin. Dann ist Familie angesagt und das ist mein Ausgleich.

Was möchten Sie angehenden Musiktherapeuten mit auf den Weg geben?

Ich glaube, den Studierenden, die ich bisher kennenlernen durfte, brauche ich gar nicht so viel mit auf den Weg zu geben. Ich bewundere sie eher, denn ich finde es immer wieder toll, dass sich junge Leute finden, die dieses Verfahren lernen und anwenden wollen. Und da kann ich nur allen Mut zusprechen, an diesem Berufswunsch festzuhalten, auch wenn es unterwegs mal steinig wird oder sie zweifeln, ob sie die richtige Wahl getroffen haben. Ich glaube viele bringen ganz viel Herzblut und Idealismus mit, was sie motiviert, diesen in Deutschland nicht ganz klar geregelten Berufsweg einzuschlagen. Vielleicht kann die neue Bundesregierung auch die „kleineren“ Heilberufe im Gesundheitssystem regulativ auf solidere Füße stellen, sodass die Studierenden sich auch in Zukunft auf gute Berufsaussichten freuen dürfen.

Das hoffen wir alle! Zu guter Letzt: Was ist Ihr Lieblingsspot am Campus oder hier in der Fakultät?

Da sage ich ganz ehrlich, das sind die Kaffeeküche und die Mensa (lacht). Das sind die Orte, wo man mit den Leuten zusammenkommt und den informellen Austausch hat, den ich sehr genieße.

Stationen von Prof. Dr. Marco Warth, Professor für Klinische Psychologie

  • Psychologie-Studium an der Universität Mannheim
  • Master Musiktherapie an der SRH Hochschule Heidelberg (Forschungsprojekt zur Wirksamkeit von Musiktherapie in der Palliativversorgung, später auch Promotionsthema)
  • Promotion an der Medizinischen Fakultät Heidelberg und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der SRH Hochschule Heidelberg
  • Postdoc am Institut für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg
  • Parallel Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten in Verhaltenstherapie