Wir stellen vor: Birte Rehm aus dem Recht- und Prüfungsamt (links) und Angelika Pröll, zuständig für das Teammanagement der Hochschulleitung, sind die Diversity-Beauftragten unserer Hochschule. Der Diversity-Tag am 18. Mai ist uns ein Anlass, die beiden einmal im Interview vorzustellen.

Herzlich willkommen zu unserem kleinen Interview! Frau Rehm, Sie haben drei Kinder, Frau Pröll, Sie bringen allein schon durch Ihre deutsch-amerikanische Staatsbürgerschaft ein Stück Vielfalt mit an die Hochschule – so wie jede und jeder von uns seine und ihre Vielfalt hineinträgt und unser Hochschulleben bereichert. Was bedeutet denn eigentlich für Sie Diversity?

Birte Rehm: Diversity meint den bewussten Umgang mit Vielfalt in der Gesellschaft. Es ist ein organisatorisches sowie gesellschaftspolitisches Konzept, das einen wertschätzenden, bewussten und respektvollen Umgang mit Verschiedenheit und Individualität bewirbt. Dabei steht nicht die Orientierung an Defiziten oder der Versuch, Lösungen für vermeintliche Probleme aufzuzeigen im Vordergrund. Vielmehr geht es bei Diversity darum, die vielfältigen Leistungen und Erfahrungen von Menschen zu erkennen und sie als Potential zu begreifen und zu nutzen.

Anni Pröll: Auch für mich ist es ein sehr weit gefasster Begriff. Als Kerndimensionen von Diversity, gelten meist: Alter, Geschlecht, Ethnizität, soziale Herkunft, sexuelle Orientierung und physische und psychische Verfassung. Im Hochschulkontext bedeutet Diversity, dass eine Vielfalt von Hochschulzugehörigen miteinander agieren, sich austauschen, inspirieren, voneinander und miteinander lernen und sich weiterentwickeln.

Warum ist Ihnen Diversity wichtig?

Anni Pröll: Schon immer gab es revolutionäre Momente in der Historie, schon immer gab es eine Aufbruchstimmung und eine – wie ich finde – immer wiederkehrende Zeit der Aufklärung, die absolut notwendig ist. So auch heute!

Mit der Globalisierung rückt der glocal citizen in den Vordergrund und wird Teil einer diversen Gesellschaft. Die Entwicklung der Gesellschaft und die aktuellen Debatten rund um das Thema Diversity machen deutlich, dass es mehr als notwendig ist, für diese Thematik zu sensibilisieren, Diversity weiter aktiv zu fordern und zu fördern und im Zuge dessen, das Grundrecht für alle Menschen zu wahren: Alle Menschen sind gleich! Und hier finde ich, lässt sich beispielsweise die Brücke explizit zur SRH Hochschule sehr gut schlagen: Das kompetenzorientierte CORE-Prinzip im Studium verkörpert m.E. sehr gut die Implementierung und Etablierung von Diversity in einem Hochschulkontext. Es begleitet, stärkt und fördert die Studierenden – ganz gleich welcher Prägung, Ausrichtung, Orientierung, Hintergrund –  in ihrer individuellen Entwicklung. Die enge Betreuung der Studierenden durch die Fakultäten unterstützt diese persönliche Prägung und Vielfalt.

Birte Rehm: Mit dem Diversity-Ansatz kann auf Veränderungen reagiert werden, die schon heute einen großen gesellschaftlichen Einfluss haben, in Zukunft jedoch noch stärker an Bedeutung gewinnen werden. Hierzu gehören der demografische Wandel und der daraus resultierende Fachkräftemangel, Transnationalisierung und Individualisierung von Lebensverläufen, die Zunahme von kultureller Vielfalt in der Bevölkerung und die durch Globalisierung immer stärker vernetzten Arbeits- und Lebenswelten der Menschen.

Gerade der Bildungssektor kann sich diesen Veränderungen nicht verschließen. Hochschulen werden auf Grund dieser Veränderungen nicht nur mit einer sinkenden Anzahl von traditionellen Studierenden konfrontiert sein, sie müssen sich gleichzeitig auch in einem immer stärker international ausgerichteten Hochschulsystem bewähren.

Welche Aufgaben haben Sie als Diversity-Beauftragte?

Durch die Umstellung der Gleichstellungsbeauftragten zu Diversity-Beauftragten hat sich das Themengebiet erweitert und es ist schwierig, unsere Aufgaben abschließend zu benennen. Es gibt Aufgaben, die uns „kraft Amtes“ zukommen, wie die Mitarbeit in Berufungskommissionen oder der Auswahlkommission für die Stipendienvergabe. Auch unterstützen wir unsere Studierenden und Mitarbeitenden bei Einzelfragen.

Darüber hinaus können wir auf bestimmte Themen aufmerksam machen und Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Kolleg:innen in die Wege leiten. Ein Dauerthema ist z.B. die Verankerung einer kontinuierlichen Sensibilisierung für Diversitythemen an unserer Hochschule. Uns ist es hierbei wichtig die verschiedenen Personengruppen im Blick zu haben. Schon kleine Veränderungen können eine große Wirkung haben. So kann z.B. eine Terminierung der Veranstaltungen für Mitarbeitende am Vormittag die Möglichkeit der Teilhabe am Hochschulleben für Teilzeitkräfte bedeuten und unsere Hochschule familienfreundlicher machen. Auch ist es sehr gut, dass in WIR-Online regelmäßig über die Vielfältigkeit unserer Studierenden berichtet wird. Hierdurch können Personengruppen gestärkt und ein höheres Bewusstsein dafür geschaffen werden.

Es ist schön zu sehen, dass wir so viele Kolleg:innen haben, die aktiv dafür einstehen und unsere Hochschule divers gestalten. Denn zuletzt handelt es sich um eine Hochschulaufgabe, Vielfältigkeitsgedanken in den Hochschulalltag zu integrieren und zu leben.

Wie divers empfinden Sie die Hochschule?

Da unsere Hochschule aus der beruflichen Rehabilation erwachsen ist, hat der Gleichstellungsgedanke bei uns eine langjährige Tradition. Mit unseren 6 Fakultäten, von denen auch fast alle international ausgerichtet sind, bringen wir als private Hochschule eine große Vielfältigkeit an Menschen mit – Studierende oder Mitarbeitende mit verschiedensten Hintergründen, Interessen und Fähigkeiten – und wir bieten eine Plattform für Begegnung und Austausch.