Inka von Gierke, Studentin des Game Developments an der SRH Hochschule Heidelberg, berichtet über den Global Game Jam. 30 Jammer bastelten wie Tausende in der Welt zeitgleich an tollen Ideen!

Es ist der 25.01.2019, 16:30 Uhr an der SRH Hochschule Heidelberg. Lächelnd werden die Teilnehmer des Global Game Jam 2019 vom Organisationsteam begrüßt. Danach wird das Video vom Global Game Jam gestartet und somit auch das Thema benannt: Was verbindest du mit Heimat/Zuhause? Wer jetzt meint, dass das ein Startschuss zum Losrennen und hektisch werden ist, wird vielleicht enttäuscht. Die Teams haben es nicht weit zu ihren aufgebauten Arbeitsplätzen und greifen eher mit den Worten „Ich habe da schon eine Idee“ zu Whiteboardmarkern. Am Ende soll schließlich ein kleines Spiel dabei rauskommen.

Der Global Game Jam ist ein weltweites Event, das dieses Jahr zum 11. Mal stattfindet. Dabei gibt es ein gemeinsames Thema. Zu diesem Thema werden innerhalb von 48 Stunden in 114 Ländern Spiele entwickelt. Das kann ein Computerspiel sein oder auch ein Brettspiel, also sowohl digital als auch analog. Hier sind keine Grenzen gesetzt. Das Ziel des Game Jams ist auch nicht ein komplettes Spiel in einer sehr limitierten Zeit zu entwickeln, sondern Menschen zusammenzubringen und eine großartige Zeit zu haben.

Für die 30 registrierten Teilnehmer an der SRH Hochschule, die Jammer, wurde vorab bereits eine Versorgungsstation mit Essen und Trinken aufgebaut. Die Auswahl geht von ‚Heißen Tassen‘ und 5-Minuten-Terrinen bis zu Kaffee, Energiedrinks und Müsli. Ebenso wurde für den Internetzugang und genügend Platz gesorgt. Ein Team aus Studenten der Virtuellen Realitäten hat alles in Zusammenarbeit mit Studiengangsleiter Professor Daniel Görlich organisiert: Marco Stano, Eva Goodnight, Maximilian Wagner, Felix Graser, Ahmet Kumru, Bastian Blochberger.

Die SRH Hochschule Heidelberg ist nicht zum ersten Mal ein offizieller Austragungsort neben vielen weiteren auf der ganzen Welt. Bereits in den vergangenen Jahren nahmen sowohl SRH-Studierende als auch Begeisterte aus Heidelberg am Global Game Jam teil. Neben einem Internetzugang und Verpflegung bietet die Hochschule genügend Platz für die PCs und Laptops, die von den Jammern genutzt werden. Ebenso helfen Whiteboards dabei, Ideen und Gedankenblitze festzuhalten. Für die Spieleentwicklung fehlen so nur noch die Menschen. Diese finden sich in kleineren Gruppen von drei bis vier Leuten zusammen und fangen auch sogleich an, ihre Ideen auszutauschen. Dabei ist es auch egal, wie viel Vorerfahrung man mitbringt. „Es geht um den Spaß und das Miteinander, vor allem weil man so auch noch am meisten lernt und viel für sein Studium mitnehmen kann“, formuliert es einer der Teilnehmer.

Die vier Teams an der SRH bleiben noch bis in die Nacht im Gebäude und arbeiten an ihren Spielen. „Die paar Stunden weniger Schlaf kann man schon verkraften. Außerdem lohnt es sich ja am Ende“, ist die Antwort, wenn man nachfragt, ob es nicht langsam an der Zeit wäre zu schlafen. Doch selbst für die Hartnäckigsten gibt es ein Limit, womit um ca. zwei Uhr in der Nacht die Arbeit zum Erliegen kommt. Einige gehen nach Hause, andere schlagen direkt neben ihrem Arbeitsplatz ein Nachtlager auf. Am nächsten Morgen geht es schließlich weiter.

Und so geht es weiter bis zum Sonntagnachmittag, an dem es ab 16 Uhr Endspurt heißt. Die Server des Global Game Jam warten auf niemanden, weshalb um 17 Uhr alle Spiele hochgeladen sein müssen. Die diesjährigen Teilnehmer meistern diese Hürde auf die letzten Sekunden und können dann fast schon erleichtert aufatmen. Als Abschluss werden noch die entstandenen Computerspiele vorgestellt. Diese gehen von einem umgedrehten ‚Space Invaders‘, bei dem man auf Seiten der Aliens die Erde als neue Heimat erobern möchte, bis hin zu einer kleinen Schnecke, die ein neues Häuschen sucht. „Ich wollte schon länger ein Spiel machen, dass einem Papiertheater ähnlich ist. Meine Teamkollegen hatten nichts dagegen einzuwenden, also haben wir das gemacht“, lacht einer der Entwickler von ‚Slug Theater‘, „Und es gibt auch kaum bessere Gelegenheiten, neue Dinge auszuprobieren als den Global Game Jam.“ Somit hat die kleine Schnecke ihre Papierwelt einer schon vor dem Game Jam herumspukenden Idee zu verdanken.

Am wirklichen Ende angekommen, sind alle zwar müde, aber auch stolz und zufrieden mit ihren Ergebnissen. Für die Jammer heißt es jetzt ab nach Hause und Schlaf nachholen, für das Organisationsteam geht es erst ans Aufräumen, bevor auch sie wohlverdient ins Bett fallen können.

Wer selbst einen Blick auf die Spiele werfen will, kann dies auf der Seite des Global Game Jams tun. Hier werden nicht nur die Spiele unserer Jammer zum Herunterladen angeboten, sondern auch die der ganzen anderen rund um die Welt. (https://globalgamejam.org/2019/jam-sites/srh-university-heidelberg)